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Sonntag, 29. November 2015

Der 17. Februar 2007 ist Geschichte!

17.02.2007: Dank zweier Tore von Rafael van der Vaart gewinnt der HSV die 86. Auflage des legendären Nordderbys bei Werder Bremen. Eigentlich nur eine Randnotiz unter vielen und heute längst vergessen, aber was zum damaligen Zeitpunkt noch niemand wusste: Für knapp neun Jahre sollte es der vorerst letzte Auswärtssieg in der Bundesliga im Weserstadion gewesen sein. Zwar gab es zwischendurch noch ein 1:0-Erfolg im UEFA-Cup Halbfinal-Hinspiel der Saison 2008/09, auf nationaler Ebene jedoch gab es selten etwas zu holen. Umso besser ist es, dass sich das gestern endlich geändert hat!

Die Vorzeichen für das 103. Derby hätten unterschiedlicher kaum sein können: Während der HSV einigermaßen passabel in die neue Spielzeit gestartet war und dies mit einem 3:1 gegen Borussia Dortmund am vergangenen Freitag unterstrich, agierte Werder im bisherigen Saisonverlauf mehr oder weniger inkonstant und kam zuletzt mit 0:6 in Wolfsburg unter die Räder. Dementsprechend wichtig war das Spiel also für beide Kontrahenten: Die Hausherren von der Weser brauchten dringend Punkte, um die entstandenen Flammen wenigstens etwas löschen zu können und die Hamburger wollten sich weiter im Mittelfeld der Tabelle stabilisieren.

Dass das Lazarett der Rothosen, indem sich aktuell die Verletzten Aron Hunt, Gojko Kacar, Albin Ekdal, Dennis Diekmeier, Emir Spahic und neuerdings auch Pierre Michel Lasogga befinden, unter der Woche noch einmal größer geworden war, wurde der Mannschaft von Bruno Labbadia als klarer Nachteil angerechnet. Allerdings zeigte sich im Laufe der Partie, dass der HSV diese Ausfälle für seine Verhältnisse erstaunlich gut kompensieren konnte, denn der für Diekmeier eingesprungene Gotoku Sakai machte bis auf eine unprofessionelle Aktion, die mit Gelb bestraft wurde, ein ordentliches Spiel und auch Nachwuchsspieler Gideon Jung scheint sich sich mit seiner Position als Sechser gut anzufreunden.


Durch das überraschende Traumtor von Ivo Ilicevic in der 3. Minute wurden die Weichen sehr früh auf Sieg gestellt. Das alles geschah gegen einen SV Werder, der von Anfang an wohl mehr Tierschutz als Fußball im Kopf hatte und Vorgenommenes kaum in die Tat umsetzte. So war es mitnichten verwunderlich, dass die Gäste besonders im Mittelfeld viel Ballbesitz hatten und diesen fast wie im Stile des FC Bayern laufen lassen konnten. Nach einer Viertelstunde hätte bereits der zweite Treffer für Hamburg fallen müssen, jedoch scheiterte Österreich (Michael Gregoritsch) frei vor dem Kasten an Bremens Keeper Wiedwald.
Dann aber auch erstmal Zeit für die Erweiterung der Verletztenliste: Nach einem Foul von Junuzovic stürzte Pierre Michel Lasogga zu Boden, hielt sich die Schulter und musste letzten Endes leider ausgewechselt werden. Für ihn kam Sven Schipplock, der bisher an der Elbe noch nicht wirklich angekommen ist und auch die gestrige Gelegenheit, sich in einem Derby von seiner besten Seite zu zeigen, nicht wirklich wahrnahm.
Foto: Niclas Rebbelmund
Aber das nur am Rande. Weiter ging es sehr schnell mit dem nächsten Tor, bei dem zugegebenermaßen etwas Glück im Spiel war. Allerdings muss man sich fragen, ob es zu Österreichs Stärken gehört, die Freistöße so anzuschneiden, dass sie von der Mauer unhaltbar in den Knick abgefälscht werden, denn wie sich die Älteren unter Euch vielleicht noch erinnern können, hat Gregoritsch dieses Kunststück bereits am 6. Spieltag beim Auswärtssieg in Ingolstadt hinbekommen und dem HSV auf diese Weise drei Punkte gesichert. Aber wer weiß, vielleicht wird im Training auch fachspezifisch geübt?

Die komfortable Führung konnte die Mannschaft dann aber bis in die Pause tragen, ehe zu Beginn des zweiten Durchgangs das kurze Strohfeuer der Bremer in Form eines Treffers von Anthony Ujah zu spüren war. In den Kneipen hatte man schon beruhigt auf Konferenz umgeschaltet, doch plötzlich war das Nordderby wieder offen und Hannover führte aus spannungstechnischer Sicht schon zu hoch gegen Ingolstadt. Acht Minuten nach dem Anschlusstreffer jedoch waren die kleinen Hoffnungen der Werderaner an diesem Nachmittag wohl endgültig begraben, als Nicolai Müller durch einen sehenswert herausgespielten Treffer den Deckel draufmachte und den Gästeblock zum dritten Mal jubeln ließ.

Apropro Gästeblock (-käfig): Die Stimmung beim Derby war an diesem Nachmittag wirklich gut und vor allem friedlich. Das Hamburg im weiten Rund sehr laut hörbar war, kommt sicherlich dem eher stillen Bremer Publikum zu Schulden, welches in der jüngeren Vergangenheit in Sachen Derbys aber wirklich genug zu feiern hatte. Nun ist halt mal alles komplett auf den Kopf gestellt und Werder steckt mal so richtig in der Scheiße, während der HSV hoch hinaus will. Doch will er zu hoch hinaus?

Werder Bremen - Hamburger SV   1:3 (0:2)

Aufstellung Hamburg: Adler - Sakai, Djourou, Cleber, Ostrzolek - Holtby, Jung - Müller (82. Olic), Gregortisch, Ilicevic (90. Arslan) - Lasogga (25. Schipplock)

Tore: 0:1 Ilicevic (3.), 0:2 Gregoritsch (15.), 1:2 Ujah (62.), 1:3 Müller (68.)

Zuschauer: 42100

NUR DER HSV

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