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Sonntag, 18. Oktober 2015

Labbadia´s Händchen

Beim 0:0 gegen Bayer 04 Leverkusen hat es sich wieder einmal bewahrheitet: Trotz anhaltender Torflaute unserer Offensive ist Bruno Labbadia aktuell immer noch derjenige, der in der zähen Entwicklung des Hamburger Sport-Vereins am meisten richtig macht - und wenn es manchmal auch nur Kleinigkeiten sind. Gestern beispielsweise hatte der Trainer mit seiner Entscheidung, Rene Adler für Jaroslav Drobny im Tor spielen zu lassen, genau das passende Händchen. Am Ende nämlich konnten sich die Rothosen für den Punktgewinn im heimischen Volksparkstadion größtenteils bei ihrem überragenden Schlussmann bedanken.

Gefühlt eine Ewigkeit (die Länderspielpause macht´s) lag die bittere 0:3-Niederlage in Berlin schon wieder hinter uns, doch natürlich schwebte die Angst vor einer erneuten Negativserie an diesem 9. Spieltag mit. Diese typischen Bauchschmerzen vor einem HSV-Spiel versuchte die Nordtribüne vor dem Anpfiff mit einer Unterrang-Choreographie zu überspielen, wofür man sich natürlich auch genau das richtige Partie ausgesucht hatte. Denn die letzten Duelle mit den Pillendrehern vom rheinschen Strand waren insbesondere bei den Austragungen in der Hansestadt besonders aufgeladen, nicht zuletzt weil eine gewisse Nummer 10 im Aufgebot der Westdeutschen zu finden war. Darüber hinaus haben wir beim knappen 1:0-Sieg der Vorsaison mit insgesamt 54 Fouls das wohl unfairste Spiel der abgelaufenen Saison 2014/15 gesehen, sodass sich die Akteure beider Mannschaften höchstwahrscheinlich auch diesmal nicht herzen sollten.
Foto: Matthias Scharf

Das Spiel an sich bot dann eher wenige wirkliche Höhepunkte, was aber angesichts der Tatsache, dass die Kontrahenten bisher jeweils nur acht Treffer erzielt haben, auch kein großes Wunder war. Man merkte den Hamburgern an, dass das Offensivproblem der vergangenen Saison noch längst nicht vom Tisch ist, doch zumindest bemühte man sich, auch in die Richtung vieles besser zu machen. Und tatsächlich konnten die 54. 957 Zuschauer dann auch tatsächlich mal einen sehr gut vorgetragenen Angriff der Rothosen bestauen, welcher sein Ende bei Aron Hunt fand, aber dieser den Kasten von Bernd Leno knapp verfehlt. Erst nach dieser wirklich ersten Großchance des HSV wurden die Gäste aufmerksamer und überraschte unsere Defensive mit zwei dicken Möglichkeiten, die anscheinend niemand außer Rene Adler wirklich entschärfen konnte. Die Viererkette, bestehend aus Dennis Diekmeier, Johann Djourou, Emir Spahic und Matze Ostrzolek, gab in diesen Situationen kein gutes Bild ab und hätte ihren Keeper mehr unterstützen müssen. Besonders zu erwähnen ist an dieser Stelle die Kopfballchance kurz vor der Pause, als Julian Brand frei an den Ball kommt, obwohl sich Djourou und Diekmeier in unmittelbarer Nähe aufhalten. In solchen Dingen muss die Qualität und natürlich auch die Absprache dringend verbessert werden, aber dennoch finde ich die Haltung von Bruno Labbadia, diesbezüglich nicht so viel zu rotieren, sehr weise, denn im Endeffekt müssen sich alle Akteure erst einmal eine gewisse Routine erspielen.

Im zweiten Durchgang versteckte sich der HSV vorne keinesfalls, aber es fehlte wie so oft natürlich die Durchschlagskraft, um auch einen Champions League-Teilnehmer ins Schaukeln zu bringen. Lobenswert hingegen ist die Defensivarbeit nach dem Seitenwechsel, an der sich quasi alle Beteiligt haben und der Punktgewinn somit zu einer geschlossenen Mannschaftsaufgabe wurde - so wie es eigentlich immer sein soll! Bitter an diesem Nachmittag war allerdings, dass sich Aron Hunt einen Muskelfaserriss im Oberschenkel zuzog und nun in den wichtigen Spielen gegen Hoffenheim und Hannover ausfallen wird.

So steht unser HSV nun mit einem seltsamen Torverhältnis von 8:13 auf dem 12. Tabellenplatz. Das ist für unsere Verhältnisse absolut akzeptabel und kann gerne für den kompletten Rest dieser Spielzeit so bleiben, doch natürlich macht man sich die typischen Sorgen, die man sich um diesen Verein machen muss. Am Freitagabend gegen die TSG Hoffenheim und am darauffolgenden Sonntag gegen Hannover 96 werden auf jeden Fall Schlüsselspiele, die du einfach nicht verlieren darfst, denn das sind die Gegner, gegen die unsere Rothosen punkten müssen - es handelt sich um das Kerngeschäft!

Hamburger SV - Bayer 04 Leverkusen   0:0

Aufstellung Hamburg: Adler, Diekmeier, Djourou, Spahic, Ostrzolek - Ekdal, Holtby - Müller (65. Gregoritsch), Hunt (82. Diaz), Ilicevic - Lasogga (78. Schipplock)

Tore: Fehlanzeige

Zuschauer: 54. 957

NUR DER HSV

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