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Montag, 7. September 2015

12.9 - Tag der IDIOTEN

Eigentlich versuche ich, Sport und Politik in diesem Blog immer strikt voneinander zu trennen, da es meiner Ansicht nach mal so gar nichts miteinander zu tun hat. Doch die allgemeine Diskussion der vergangenen Wochen, die sich vordergründig mit der widersprüchlichen Flüchtlingspolitik der Europäischen Union und der leider zunehmenden Ausländerfeindlichkeit in Deutschland gibt mir Anlass dazu, hier Abseits von Profifußball, Abstiegskampf und Auswärtsfahrten Position zu beziehen. Da am kommenden Samstag in unserer Hansestadt Hamburg mehrere Tausend am sogenannten "Tag der Patrioten" ihrer Hetze freien Lauf lassen wollen, wird es in einem HSV-Blog auch dringend Zeit für einen Kommentar.

Mehrere Millionen Menschen aus den Krisenregionen im nahen Osten und Afrika sind derzeit auf der Flucht vor hartem Kriegsalltag, schlechten Lebensbedingungen und verbrecherischen Terrororganisationen. Natürlich erhofft sich jeder dieser Männer, Frauen und Kinder, bei uns in Europa einen kompletten Neuanfang starten zu dürfen, während in den jeweiligen Herkunftsländern wohl noch über Jahre Tod und Verderben die Oberhand behalten wird. Darüber hinaus gibt es für die vielen, unschuldigen Personen kaum Aussicht auf eine rasche Verbesserung der Situation, da man von außen mehr oder weniger tatenlos zusieht, wie tausende Syrer in einem unübersichtlichen Bürgerkrieg ihr eigenes Land zerstören oder der barbarische IS ein Weltkulturerbe nach dem nächsten dem Erdboden gleich macht. Hinzu kommen die vermeintlich streng "Gläubigen" die mit ihren wahnsinnigen Zwangsbekehrungen und Enthauptungen fern jeder Realität handeln, aber leider immer mehr sogenannte "Glaubenskrieger" in ihren Bann ziehen. Es steht außer Frage, dass unter solch desasterösen Umständen kein normales Leben mehr möglich ist.


Demnach gehört es in der Bundesrepublik Deutschland also zu unserer Aufgabe, diese Menschen menschenwürdig unterzubringen und sie so gut wie möglich in unsere Systeme zu integrieren. In sehr sehr vielen Regionen ist man in dieser Hinsicht auf einem guten Weg und man bemüht sich, alles erdenkliche für eine vernünftige Unterkunft für die Asyl-Bewerber zu tun. Natürlich bleiben Zwischenfälle vielerorts nicht aus, doch auch dort ist viel Geduld gefragt. Selbstverständlich ist auch in Bezug auf diese Themen freie Meinungsäußerung und eine sachliche Diskussion erlaubt, denn zur Zeit ist die Flüchtlingspolitik der europäischen Länder alles andere als zufriedenstellend. Aber leider versucht ein gemischtes Pulk aus selbsternannten Patrioten, Nazis und Ewiggestrigen, mit Nachdruck auf viele Unentschlossene einzugehen und eine ausländerfeindliche Grundstimmung zu verbreiten, was überhaupt nichts mit Meinungsäußerung zu tun hat. Am Samstag, den 12.September, planen diese Leute auch bei uns in Hamburg einen Aufmarsch, nachdem es zuvor insbesondere in Köln schwere Ausschreitungen mit der Polizei und linken Gegendemonstranten gegeben hat. Der Hass dieser rechtsradikalen, braunen und gewalttätigen Suppe richtete sich dabei insbesondere gegen den Islam, Flüchtlinge und Ausländer im allgemeinen, außerdem wurde vor einer angeblichen "islamisierung des Abendlandes" gesprochen. 

Diese Idioten, die den etwas harmlos klingenden Begriff "Patriot" als Vorwand nutzen, um neben dem wenigen geistigen Dünnpfiff ohne wirkliche Argumente, den sie leider Gottes auch an Häuserwände schmieren, vor allem Ärger mit Polizeibeamten und Andersdenkenden suchen, haben bei uns in Hamburg und allgemein überall nichts verloren! Gar nichts! Wer mit seinem Gedächtnis 1945 stehengeblieben ist und Menschen in Ranglisten sortiert, denkt absolut kontraproduktiv für die jetzige Notsituation auf der Welt und ist deshalb quasi überflüssig. Man kann einfach nicht verstehen, warum diese Nazis bestimmte Gruppen von Menschen diskriminiert und einschüchtern will, wo es nur geht. Das schlimmste davon ist aber, dass eine angetrunkene, dumme und fürchterliche Bande am Samstagmorgen im Hauptbahnhof steht und der Stadt Hamburg einen Tag beschert, der wohl kaum ohne Gewalt über die Bühne geht.

Denn natürlich haben sich auch Gegendemonstranten angekündigt. Der größte Teil davon wird, wie oben bereits angemerkt, friedlich sein und den braunen Hasspredigern ohne Fäuste die Leviten lesen wollen, aber natürlich gibt es auch aus diesem Lager einige Gewaltbereite, die der Polizei sorgen bereiten. Eine Auseinandersetzung oder zumindest der Versuch einer solchen ist fast wie vorprogrammiert, weil auch Linksextreme gerne zuschlagen. Schade eigentlich: Denn wie geil wäre es, wenn sich kein einziger in der Nähe des rechten Mobs aufhalten und die Nazis ganz alleine durch die Stadt marschieren würden. Das wäre eine deutliche Ablehnung gegenüber dem Fremdenhass und vor allem ein friedliches Zeichen. Doch leider wird es vermutlich nicht dazu kommen, denn wilde Krawallen scheinen für einige doch interessanter zu sein, als wirklich hinter der Sache zu stehen. Wieso sucht man immer die Konfrontation, wenn man die Rechtsextremen doch eigentlich loswerden will? Ich sage euch, liebe Leute, genau darauf warten die sogenannten "Patrioten" am kommenden Samstag, denn nur durch Ausschreitungen bekommen solche Demos mediale Aufmerksamkeit.

Es lohnt sich also auch nicht, an einer linksradikalen Gegendemo teilzunehmen. Denn jegliche Form von Extremismus leitet einen falschen Weg ein, weder eine Diktatur noch der Kommunismus können ein vernünftiges System für die Menschen sein. Für die große Mehrheit der Hamburger geht es am Samstag darum, dass uns der Kampf Links vs. Rechts nicht weiterbringt, sondern das wir uns klar gegen Gewalt und Ausländerfeindlichkeit positionieren und lieber etwas nützlicher über die Flüchtlingspolitik nachdenken. 

Refugees welcome!

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