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Donnerstag, 20. August 2015

Richtungsweisend

Das peinliche Pokal-Aus in Jena und die 0:5-Klatsche zum Ligaauftakt in München sind nur zwei Punkte der langen Wartungsliste, die der Hamburger Sport-Verein in den kommenden Monaten zu bewältigen hat. Gute neun Wochen nach dem Relegationsdrama im Karlsruher Wildparkstadion stehen die Rothosen schon wieder da, wo sie eigentlich nie mehr hinwollten und die sportlichen Verhältnisse sind in gewohnter Schieflage. Die nächsten Spiele sind also mehr als richtungsweisend und werden vermutlich auch darüber Auskunft geben, wie der HSV diese Saison insgesamt abschneiden wird. Am Samstag ist der VfB Stuttgart zu Gast im Volkspark.
"Ihr Pussys geht mir besser aus dem Weg!"
 Sollte an diesem Spruch, den Innenverteidiger Emir Spahic angeblich seinen Kollegen Lewis Holtby, Nicolai Müller, Matthias Ostrzolek und Pierre-Michel Lasogga an den Kopf geworfen haben soll, tatsächlich etwas dran sein, können wir in der Bundesliga bald einpacken. Es ist doch genau das selbe Drama wie in der Vorwoche, als eigentlich der Bundesligastart beim FC Bayern im Vordergrund stehen sollte: Anstatt sich konzentriert auf das kommende Spiel und den Gegner einzustellen, ist dieser Saftladen wieder einmal damit beschäftigt, sich selbst in den Griff zu bekommen und die fehlende Proffessionalität auf allen Ebenen dieser HSV Fußball AG, welche ursprünglich mal mit dem Slogan "Aufstellen für Europa" warb, bestmöglich zu vertuschen.

Es scheint so, als stünde da irgendeine Minikicker-Truppe auf dem Platz, deren Training immer wieder durch kleinere Streitigkeiten und Lästereien unterbrochen werden muss und der Übungsleiter längst mit seinen Nerven am Ende ist. Aber in der Bundesliga? Nee bitte Freunde, auch in einer Leistungsgemeinschaft (11 Freunde sucht man im Profigeschäft leider vergebens) ist der Fußball immer noch Mannschaftssport, wo man gemeinsam verliert und (manchmal) gewinnt, Kompromisse eingeht, andere Meinungen akzeptiert und seine Mitspieler respektiert, aber sich doch nicht von oben herab behandelt und einen auf harten Typen spielt! Es ist vollkommen egal, wer genau da jetzt in irgendwelche Vorfälle verstrickt ist und wie weit die sogenannte Grüppchenbildung schon Fortschritt genommen hat. Fakt ist, dass diesem Team noch verdammt harte Monate, 33 Spieltage und gegebenenfalls noch zwei Relegationsspiele bevorstehen, von denen unter diesen Umständen wohl keines gewonnen wird.


Das schlimmste an der ganzen Sache ist jedoch, dass sich die Dinge, die man diversen Mitgliedern von Vorstand und Aufsichtsrat jahrelang vorgeworfen hat und auch immer noch vorwirft, jetzt auch noch auf die Mannschaft übertragen. Plötzlich nimmt sich jeder einfach so raus was er will und denkt, dass er mit seiner exklusiven Meinung recht hat. Ich kann mir nicht vorstellen, dass diese Spieler, die schon zu Saisonstart schlechte Stimmung verbreiten und zu vielem eine Anti-Haltung entwickeln ("Halt die Fresse, sonst kriegst du was auf´s Maul!") wirklich mit Herzblut für diesen Verein dabei sind. Aber Hauptsache schön abkassieren, Arbeitskollegen einschüchtern und sich am Samstag vom VfB Stuttgart die Bude vollschießen lassen.
Und da wären wir nun angekommen, beim eigentlichen Thema. Wie ihr seht ist normale Berichterstattung über schlechten Fußball an dieser Stelle nicht möglich, weil auf den schlechten Fußball nun auch noch eine marode Mannschaftshierarchie und eine katastrophale Außendarstellung folgt. Warum dringen eigentlich alle Internas immer so leicht nach außen und sind am Tag darauf in der BILD-Zeitung zu lesen? Ganz einfach: Weil es sich um den Hamburger Sport-Verein handelt! Traurig, aber wahr.

Nun kommt am Sonnabend-Abend der VfB Stuttgart zu Besuch in die Hansestadt, Dauerkonkurrent des HSV der letzten Saison, der ebenfalls eine Niederlage am 1.Spieltag zu verzeichnen hat. Mit 1:3 mussten sich die Schwaben dem souveränen 1.FC Köln geschlagen geben, das Cheftrainer-Debüt von Alexander Zorniger in der Liga ist in die Hose gegangen, nachdem man eine Woche zuvor im DFB-Pokal gegen Holstein Kiel eine Runde weitergekommen ist. Es dürfte also klar sein, dass die von den Offiziellen als erstes Heimspiel im "neuen" Volksparkstadion (als wenn es jemals anders hieß) verkaufte Partie eine sehr schwierige wird, denn die Rothosen sind nicht die einzigen, die gewaltig unter Druck stehen. Am Ende werden wieder einmal Einsatz, Laufbereitschaft und eine gewisse Spielanlage entscheidend sein und ohne Mut, Zusammenhalt und vor allem Erfolgswillen wird die Millionentruppe keine Chance haben.

Es kommt also in erster Linie darauf an, den internen Zickenkrieg mal für neunzig Minuten ruhen zu lassen und sich wie die verrückten den Arsch aufzureißen, damit der Antrag für die Teilnahme am Abstiegskampf nicht schon am zweiten Spieltag abgeschickt ist. 57.000 HSVer auf den Rängen, viele davon werden wieder einmal den wahnwitzigen Sitzplatzpreisen trotzen, wären euch für eine engagierte Leistung im Sinne der Raute dankbar. Und um es nochmal zu verdeutlichen: Ein Heimspiel gegen eine Mannschaft, die vergangene Saison mit uns da unten rumgekrebst ist, hat man verdammt nochmal zu gewinnen - egal wie.

NUR DER HSV

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