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Freitag, 12. Juni 2015

Preiserhöhung? Nein Danke!

Man kann diese Verantwortlichen offenbar nicht genug warnen. Oder es hat einfach keinen Zweck. Kaum ist das dramatische Relegationsspiel beim Karlsruher SC, in dem der Dino dem endgültigen Todesstoß in letzter Sekunde noch einmal von der Schippe gesprungen ist, vorübergegangen, wird an der Elbe der nächste Paukenschlag verkündet - und diesmal zum absoluten Nachteil der Fans, vor allem für die jüngeren. Preiserhöhungen in fast allen Kategorien für Dauerkarten, dass ganze natürlich nach einer Horrorsaison, die beinahe mit einem Abstieg endete. Geht´s noch?

Eigentlich müsste man in den Chefetagen an der Sylvesterallee doch zunächst einmal froh sein, dass man am Abend des 1. Juni nicht sportlich zur Kasse gebeten wurde. Erst in der Nachspielzeit erzielte Marcelo Diaz den so wichtigen Ausgleichstreffer und bewahrte den HSV mit der allerletzten Chance davor, sich erstmal ganz klein machen zu müssen, was dann auch sicherlich den Kartenvorverkauf für die kommende Spielzeit 2015/16 betroffen hätte. Doch wie wir ja alle wissen machte das Tor von Nicolai Müller den umjubelten Verbleib in der höchsten Spielklasse des deutschen Fußballs möglich und schon kann man sich wieder in die Vollen stürzen, was bereits wenige Tage später mit dem drastischen Preisanstieg vieler Dauerkarten beginnt. Ein Plan, der sicherlich schon Wochen vor dem großen Finale in Baden-Württemberg ausgearbeitet war, denn wer kommt sonst auf die Idee, seine Anhänger nach einem leidensvollen Bundesligajahr mit Champions League tauglichen Preisen zu begrüßen?
Foto: hsv.de
Abgesehen von der Tatsache, dass dieser unnötige Kostenanstieg, welche das treue Hamburger Publikum um ein weiteres mal schlucken muss, sollte man sich den Vergleich zu den vorherigen Saisons mal auf der Zunge zergehen lassen. Zunächst fällt krass auf, dass besonders Kinder, Jugendliche und HSV Fans mit Handicap tiefer in die Taschengreifen müssen, um sich ab August wieder dauerhaft den immer schlechter werdenden Fußball ihrer Kicker ansehen zu können. Im Familienblock beispielsweise zahlt ein Kind (oder eher die Eltern) 55 € mehr für ein Saisonticket. Familienfreundlich ist das schon lange nicht mehr und der Verein ist gerade auf dem besten Wege, viele seiner jungen Fans aus dem Volkspark zu verscheuchen. Außerdem sind das die Dauerkarteninhaber von Morgen (falls die normale Dauerkarte dann noch zu bezahlen ist), die offenbar schon jetzt mit den harten Geschäftsregeln des Profifußballs überhäuft werden - und das auch noch bei ihrem eigenen Klub. Wenn es sportlich so weitergeht, wird der Hamburger Sport-Verein ohnehin Probleme in Sachen Nachwuchsgewinnung bekommen.

Wem hilft also dieses stetig wachsende Konzept, jedes Jahr systematisch die Preise für die treusten Fans im Stadion zu erhöhen? Klar, bei den Stehplätzen kann man den Kostenanstieg von 199 € auf 207 € noch Schlucken, aber wie oben bereits erwähnt ist vor allem für die jüngere Generation an Rothosen, welche sich ihre Karte mühsam ersparen muss, der Anstieg ein erheblicher Balast. Und auch für die Rollstuhlfahrer auf der Südtribüne gibt es keine wirklichen Rabatte mehr, was vom HSV mit einer "einheitlichen Ermäßigung für alle" abgewickelt wurde. Klingt zwar gut, doch in der Praxis werden damit auch die körperlich Beeinträchtigten Fans der Hanseaten mehr zur Kasse gebeten.

Leider wird also immer stärker deutlich, wie sehr sich auch in der fanfreundlichen Bundesliga die Kommerzialisierung breit macht. Es ist egal, wie der jeweilige Verein sportlich dasteht, denn es ist ein Gefüge aus Zwang und Umsatzlust, die die Klubs Jahr für Jahr dazu veranlasst, die Dauerkartenpreise zu erhöhen. Aber für mickrige 36.000 € Gewinn solche Kosten schlucken? Das können und wollen wir nicht hinnehmen. Zu guter letzt möchte ich auf die Stellungnahme des Supporters Club hinweisen: http://www.hsv-ev.de/scnachrichten/scnews/Details/2015-06-05-preiserhoehung

NUR DER HSV

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