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Sonntag, 21. Juni 2015

Bevor alles vergessen ist....

....muss ich in diesem Blogeintrag einfach nochmal auf die zurückliegende Saison eingehen. In der Tat hat der Hamburger Sport-Verein den Klassenerhalt erneut mit mehr Glück als Verstand erreicht und ein Abstieg wäre normalerweise die logische und gerechte Folge für die Misswirtschaft der vergangenen Jahre gewesen. Aber was ist im Fußball und insbesondere in Hamburg schon normal. Lasst die Leute ruhig reden, der HSV gehört in die Bundesliga. Da ist es völlig egal, wie viele Relegationen dazu notwendig sind.

Nun nochmal ein paar positive und negative Statements zur abgelaufenen Spielzeit 2014/15:

Welches war das beste Spiel deines Vereins?

Um es vorweg zu nehmen: Partien der Sorte "Ordentlich bis sehr gut" gab es im Volkspark in den letzten Jahren eher seltener zu bestaunen. Aber dennoch hat es sie auch diesmal gegeben und ohne jetzt von einem verdienten Klassenerhalt sprechen zu wollen, war eindeutig das Relegations-Rückspiel in Karlsruhe der beste Auftritt der Rothosen. Von Anfang an wirkte die Mannschaft unter dem ganz großem Druck sehr konzentriert und hat sich auch nach dem scheinbaren Todesstoß durch Yabo in der 78. Minute nicht aufgegeben, was in der Nachspielzeit durch die allerletzte Chance belohnt wurde. Auch in in der anschließenden Verlängerung eines unglaublichen Spieles wurde der kühle Kopf bewahrt - nach dem 2:1 durch Nicolai Müller gab es natürlich kein halten mehr. Weitere nennenswerte Leistungen waren sicherlich das 0:0 gegen den FC Bayern im ersten Spiel unter Joe Zinnbauer oder der 1:0-Auswärtssieg in Dortmund am 4. Oktober.

Welches das schlechteste?

Oha, hier ist die Auswahl besonders groß. Aber es gab einige Niederlagen, die tatsächlich bitterer wahren als das "normale verlieren". Spontan dürfte an dieser Stelle wohl jeder an das 0:3 gegen den Liganeuling aus Paderborn am 2. Spieltag denken, als sich unsere Millionentruppe von einer "Jugendmannschaft" Abschlachten ließ. Aber auch das 0:1 gegen Stuttgart, dass 0:4 in Leverkusen oder das 0:8 (!) in München waren total ernüchternde Auftritte. Als ganz besonders schlecht sollte auf jeden Fall noch das Testspiel in Osnabrück erwähnt werden, welches torlos endete.

Bester Spieler deines Vereins?

Alle saßen im selben Boot.

Schlechtester Spieler?

Es war erschreckend, mit ansehen zu müssen, wie sich ein teurer Neuzugang wie Valon Behrami über den Platz geschleppt hat, obwohl dieser Tempo und Aggressivität ins Mittelfeld bringen sollte. Aber auch darüber hinaus hat die Personalpolitik beim HSV absolut versagt.

Wie war(en) dein(e) Trainer?

Man will es einfach nicht verstehen: Über die gesamte Saison verteilt mussten vier Trainer ran, um die 70 Millionen Euro schwere Mannschaft mit Ach und Krach auf den Relegationsplatz zu hieven. Am Ende hat nur einer wirkliche nach Erfolgsrezepten gesucht und beispielsweise auf Standartsituationen gesetzt - nämlich Bruno Labbadia. Aber man sollte auch Josef Zinnbauer einen großen Dank aussprechen, denn er wurde aus der idyllischen Regionalliga Nord herausgeholt und mit den überdimensionalen Problemen der ersten Herrenmannschaft konfrontiert. Immerhin hat Joe versucht, etwas zu verändern. Die Arbeit von Mirko Slomka und dem computergesteuerten Peter Knäbel in der Saison 2014/15 kann man leider nicht würdigen.

Hat sich dein Verein in dieser Saison verschlechtert oder verbessert?

Dreimal dürft ihr raten.

Wie zufrieden bist du mit der Jugendarbeit?

Wie soll man anders sagen, die Zwote hat in der Regionalliga eine überragende Saison gespielt. Nach Jahren in den Niederungen des Abstiegskampfes wurde die Mannschaft radikal umgekrempelt und mit einem guten Trainerteam schnell zu neuem Erfolg geführt. Außerdem wurden Spieler wie Ashton Götz, Ronny Marcos oder Gideon Jung inzwischen an den Profikader herangeführt, man kann also überhaupt nicht meckern. Dass es am Ende nicht ganz mit dem Aufstieg geklappt hat, macht denke ich niemanden wirklich traurig, denn wir sind einfach froh, wenn unsere Zweite gute Ergebnisse abliefern und die Akteure eine gute Entwicklung hinlegen - die Erste könnte sich auf der Wolfgang-Meyer Sportanlage so einiges abgucken.

Wie war die Stimmung im Volksparkstadion?

In der Hinrunde hat sich der Stimmungsboykott der Chosen Few schon bemerkbar gemacht. Das kleine Zentrum im Block 25A der Nordtribüne war anfangs nicht in der Lage, das ganze Stadion mitzunehmen - hinzu kam der schlechte Fußball, bei dem vielen Zuschauern leider die Lust verging, die Mannschaft über neunzig Minuten lang zu unterstützen. In der Rückrunde änderte sich das Bild aber deutlich, in den entscheidenen Fußballschlachten kochte das weite Rund wieder, auch wenn sich der gewünschte sportliche Erfolg selten einstellte. Doch angesichts der Tatsache, dass es trotz der verherrenden Fanpolitik immer noch eine große aktive Fanszene gibt, bin ich durchaus zuversichtlich, dass das mit der Stimmung auch nächste Saison wieder klappen wird.

Und bei den Auswärtsspielen?

Auswärts legten die Hamburger stimmungsmäßig wie gewohnt ordentliche Auftritte hin. Besonders beim wichtigen Auswärtsspiel in Mainz am 31. Spieltag, welches mit 2:1 gewonnen wurde, behielt der Gästeblock von der Lautstärke her die Oberhand und leistete dadurch einen nicht unerheblichen Beitrag für die drei Punkte. Doch auch in den großen Stadien wie auf Schalke oder in Berlin konnte sich die Mannschaft auf volle Unterstützung der hartnäckigen Auswärtsfahrer verlassen - leider wurden auf Gegner´s Platze letztendlich nur zwölf Punkte entführt.

Dein bewegendster Moment?

Der Ausgleichstreffer durch Marcelo Diaz in Karlsruhe. Egal wie viel Emotionen man dem Fußball und dem HSV entgegenbringt, da kommst du einfach nicht drumherum.

NUR DER HSV

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