Achtung: Diese Beiträge könnten mit Humor geschrieben sein!

Montag, 4. Mai 2015

Gute Besserung, Elkin Soto!

Zunächst erstmal das Wichtigste, bevor wir uns dem verhältnismäßig belanglosem Punktekampf der Fußball-Bundesliga widmen: Wenn sich ein Sportler eine dermaßen schmerzhafte Verletzung zuzieht wie gestern Elkin Soto, ist alles andere drumherum erstmal egal und unser 2:1-Auswärtssieg eine mickrige Nebensache, denn ein solches Unglück wünscht man wirklich niemandem. An dieser Stelle kann ich dem erfahrenen Mainzer Publikumsliebling nur eine bestmöglichste Heilung und ganz viel Kraft in dieser Situation wünschen.

Die emotionalste Szene spielte sich wenige Minuten nach der Partie in den Presseräumen des Stadions ab. Nachdem die Pressesprecherin des FSV von einem Totalschaden im Knie sprach, rang Manager Christian Heidel mit den Tränen und bot Soto eine sofortige Vertragsverlängerung an, wenn er denn wolle. Alle waren sie geschockt von der Verletzung, welche den weiteren Spielverlauf definitiv beeinflusst hat.
Die Gastgeber waren nämlich mit viel Tempo und einigen Chancen gut in die Partie gestartet, bis es in der 30. Minute in Form des schlimmen Unfalls zu einem psycholigischen Wendepunkt kam, da die Akteure mit ihren Gedanken natürlich in erster Linie bei ihrem Mannschaftskollegen waren. Ansonsten hätte Heiko Westermann auf dem rechten Flügel wohl kaum jemand so viel Platz angeboten, um eine mittelmäßige Hereingabe zu schlagen, die am Ende von Julian Baumgartlinger ins eigene Netz abgefälscht wurde. Ein absolutes Gurkentor, aber gut, so muss man eben auch mal Treffer erzielen, im Abstiegskampf ist das Glück ein elementarer Bestandteil. Und wie es aussieht, wenn man dieses nicht auf seiner Seite hat, lässt sich zur Zeit sehr gut beim VfB Stuttgart oder bei 1860 München in der zweiten Liga bewundern.

Natürlich wächst sich bei einer Halbzeitführung des HSV der Anspruch, die Partie entgültig in ein ruhigeres Fahrwasser zu lenken und die drei Punkte in die Hansestadt zu entführen, was auf sehr turbulentem Wege gelingen sollte. Wie allerdings bekannt, klingelte es zwanzig Minuten vor Schluss zunächst mal im eigenen Kasten, da die Mainzer sich nach einer langen Durststrecke wieder fangen konnten und durch Baumgartlinger (!) den Ausgleich erzielten. Nun waren die Hoffnungen auf einen überraschenden, aber gleichzeitig auch überlebenswichtigen Punktgewinn erstmal dahin, stattdessen wurde befürchtet, die Mannschaft könne hinten jetzt wieder völlig einbrechen - immerhin wurde damit in den letzten beiden Spielzeiten reichlich Erfahrungen gemacht.

Doch diesmal kam es anders. Die Rothosen zeigte sich Nervenstark, wollte auf keinen Fall mit leeren Händen nach Hause fahren und setzte kurz vor dem Schlusspfiff in Person von Goijko Kacar noch einen drauf. Ja, Goijko Kacar! Jener Akteur, der sich in diesem Verein seit Vertragsbeginn mit der Rolle eines "Aussortierten" begnügen und bisher bei keinem der unzähligen Trainer irgendeine Rolle gespielt hat. Doch dann legst du eine vorbildliche Einstellung an den Tag, erzielst das Siegtor und schon liegt der Hamburg zu Füßen. So schnell kann es gehen. Ob ein solcher Höhenflug gut oder schlecht ist, kann man unterschiedlich sehen, für die tabellarische Situation jedoch kam das Traumtor genau zum richtigen Zeitpunkt.
Der aus unserer Sicht krönende Abschluss eines Sonntages, an dem der Fußball vieles davon bereithielt, was er zu zeigen hat. Späte Siegtore, unglückliche Eigentore, schmerzhafte Verletzungen und leider auch die altbekannte Hamburger Himmeleuphorie nach dem Spiel.
" Jetzt am Freitag gegen Freiburg nachlegen, mit einem Sieg natürlich, und dann hängt der Hamburger Himmel voller Geigen!" (Zitat aus dem Abendblatt-Blog)
Nur zur Erinnerung: Der Vorsprung auf den Relegationsplatz beträgt genau einen Punkt. Und im direkten Abstiegsduell kann man Punkte nicht ohne weiteres einplanen. Der Abstiegskampf ist also noch lange nicht vorbei, lediglich die Aussichten auf eine erfolgreiche Rettungsaktion von Bruno Labbadia sind durch die letzten beiden Spiele gestiegen, Herr Matz.

Aber egal. Das wesentliche ist, das Elkin Soto sich von seiner schwerwiegenden Verletzung erholen kann.

Gute Besserung

NUR DER HSV

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen