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Donnerstag, 9. April 2015

Wolfsburg? Will ich noch nichts von wissen!

Donnerstagabend. Es dauert (zum Glück) noch zwei Tage bis zum nächsten Bundesligaspiel der Rothosen zu Hause gegen den VfL Wolfsburg. Denn nach der desolaten Vorstellung letzte Woche beim Auswärtsspiel in Leverkusen gibt es kaum noch Argumente, die für einen Verbleib des HSV in der höchsten deutschen Spielklasse sprechen. Ehrlichgesagt sucht aber auch niemand mehr dannach. Irgendwie geht den Fans die Lust aus, ständig das gleiche Thema zu behandeln, deren Diskussionsstoff sich kaum verändern zu scheint. Für die Spieler eigentlich höchste Zeit, auf dem Platz sportliche Akzente zu setzten, aber......

"Ich will Zinnbauers Weg weitergehen." (Peter Knäbel bei seiner Vorstellung als Interimscoach.
Wir wurden also zumindest vorgewarnt. Dieses Statement von Peter Knäbel stammt aus der ersten Pressekonferenz als neuer Cheftrainer, die bekanntlich noch vor dem 0:4-Debakel am Ostersamstag lag. Jeder konnte also schon im Vorfeld der Begegnung wissen, dass es Sportdirektor keine großen Veränderungen plant, weder personelle, noch taktische. Und die hat es dann ja auch nicht wirklich gegeben, lediglich drei biedere Wechsel in der Startaustellung standen auf der Tagesordnung. Logische Schlussfolgerung daraus: Was bringt bei solchen Rahmenbedingungen und Ankündigungen ein Trainerwechsel? Diese Frage dürften sich wohl alle Zinnbauer-Sympathisanten dem Leverkusen-Spiel gestellt haben und das auch vollkommen berechtigt. Was soll eine Mannschaft, welche zuvor in 26 Partien lediglich 16 Tore erzielt hat, in der selben Zusammensetzung und im selben System plötzlich anders machen können? Dafür, dass Knäbel seit Sommer beim Hamburger Sport-Verein arbeitet und die sportliche Entwicklung stets im Blick hatte, so hoffe ich zumindest, ist das bitter wenig Fußballverständnis. Es scheint so, als gehe jetzt endgültig allen die Puste aus und niemand verspürt das Bedürfnis, den sinkenden Kahn aus dem Sumpf der Lethargie heraus zu befördern.

Und so soll das plötzlich brav gewordene scheitern des Hamburger Sport-Vereins weitergehen, es sei denn, man hat bis zum Ende Glück, dass Paderborn und Stuttgart noch schlechter bleiben. Am Samstagabend gastiert der VfL Wolfsburg und damit quasi eine Übermacht in der Hansestadt. Bei den Wölfen hat sich dank vorhandener Millionen und einem guten Blick für junge Talente einiges Entwickelt, auch wenn der Einfluss des VW-Konzerns beim Werksklub umstritten ist. Aus rein sportlicher Sicht jedoch stehen die Niedersachsen zurecht hinter dem FC Bayern auf dem zweiten Platz und auch wenn die Meisterschaft ganze zehn Punkte weg ist, spielt man beim VfL eine tolle Saison und lockt begeisterte und vor allem kauffreudige neue Zuschauer an. Unser HSV hingegen ist zurzeit das krasse Gegenteil. Viele verspüren keine Lust, über den ihren Verein, deren Negativrekorde immer kurioser werden, zu debattieren und erst recht emotional dabei zu sein. Unterstützung von den Rängen ist zwar nach wie vor da, dass hat man auch in Leverkusen wieder gehört, doch wie bereits angedeutet ist das Abstiegsgespennst nicht mehr so gefürchtet wie in der Vorsaison. Das ist bedauernswert aber auch einleuchtend zugleich. 1887% Leidenschaft müssen eben auch von der Mannschaft mitgegangen werden, und nicht nur von den Zuschauern.

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Foto: Supporters Club
Ich hoffe, dass der Supporters Club mit der Kampagne "Alle Mann an Bord" zu aller erst die Truppe da unten auf dem Rasen erreichen kann. Es ist klar, dass man in den letzten Spielen keine große Wende mehr verrichten kann, wenn man das Toreschießen verlernt hat. Doch es muss irgendwie weitergehen und viele haben es Satt, mit ansehen zu müssen, wie sich ein Petr Jiracek oder Nicolai Müller Sonnabends über das Geläuf schleppen. Da ist jetzt nochmal Hingabe und Leidenschaft gefragt, auch wenn die Bilanz bisher dramatisch schlecht ist. Gerade bei einem Blick auf die folgenden Gegner (Wolfsburg, Bremen, Augsburg, Mainz) sollte man nicht in Ehrfurcht erstarren, sondern irgendetwas verändern wollen, wobei der entscheidene Impuls von Peter Knäbel ausgeht. Ich appelliere also an den Mut, vor allem Personell etwas zu verändern oder morgen gegen Wolfsburg zum Beispiel mit einer Doppelspitze zu Beginnen, um bei Flanken mehrere, potentielle Abnehmer postiert zu haben.

Dennoch ist der Glaube an einen Sieg arg eingeschränkt und der Optimismus sehr geschrumpft. Es muss einfach eine Trotzreaktion kommen, egal ob Mannschaft, Trainer oder Fans. Nur so kann man es vielleicht (!) schaffen. Allerdings könnte es auch wieder ein Debakel geben, sodass man mit einer ordentlichen Portion Skepsis in den Volkspark kommen sollte.

NUR DER HSV

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