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Sonntag, 12. April 2015

Totentanz im Volksparkstadion

Der HSV unterliegt dem Tabellenzweiten aus Wolfsburg mit 0:2. Klingt erstmal nicht so dramatisch, doch die Rothosen verkauften sich gestern erneut wie ein Absteiger, der offenbar schon längst resigniert hat. Die Gäste aus der Autostadt mussten nur den allernötigsten Aufwand betreiben, um die drei Punkte aus Hamburg zu entführen, während angebliche Hamburger "Topstars" wie Lewis Holtby oder Rafael van der Vaart keinem Kraut gewachsen sind und gedanklich wahrscheinlich schon bei der sonntäglichen Shopping-Tour mit der Gattin waren. Und dann wundert man sich auch noch, warum den Fans die Lust am Supporten vergeht. Wahnsinn.

Der Verfasser dieses Kommentares hat absolut recht. Egal, was gestern Abend von den Rängen aus versucht wurde, sei es die Choreo, die Einweihung der neuen Lautsprecheranlage oder eben die Rettungsaktion "Alle Mann an Bord" - für´s Erste war alles umsonst. Denn die Truppe da unten auf dem Rasen dürfte die Unterstützung anscheinend wahrgenommen haben wie eine Beerdigung, deren Ende schnellst möglichst kommen möge. Elf sogenannte Profis quälten sich dem Ende entgegen und hofften über Neunzig Minuten, dem Schicksal erspart zu bleiben und bloß keinen Fehler zu fabrizieren - Cleber Reis ist das nicht ganz gelungen, wie man beim ersten Gegentreffer sehen konnte. Aber darüber brauchen wir auch nicht zu diskutieren, denn diese Böcke sind beim Hamburger Sportverein sowieso standardgemäß und wiederholen sich fast jeden Samstag.
Viel enttäuschender ist die Tatsache, dass sich die Mannschaft mit Tabellenplatz 17, 25 Punkten und einem Torverhältnis von 16:43 zufrieden gibt. Offenbar hat niemand ein Problem damit, hilflos Richtung zweite Liga zu baumeln und sich schlussendlich vom SC Paderborn, die gestern den FC Augsburg mit 2:1 geschlagen haben, überholen zu lassen.

Wir sind eben "Bundesligamüde". Anders kann ich mir das nicht erklären. Der Vorstand hält nach wie vor die Füße still, bedient aber weiterhin fleißig die Trainer-Gerüchteküche (Stichwort Thomas Tuchel), das Team um Peter Knäbel ist jeden Spieltag hoffnungslos unterlegen und hat seit dem 1:2 in Frankfurt keinen Treffer mehr erzielt und den Fans vergeht langsam aber sicher die Lust, sich mit ihrem Verein zu beschäftigen, sodass der HSV Stück für Stück in die emotionale Bedeutungslosigkeit abrutscht. Gibt es in einem solchen erbärmlichen Haufen überhaupt noch irgendjemanden, der etwas verändern kann und dazu überhaupt den Mut hat? Ich glaube nicht.
Und ich bezweifle auch, dass die Mannschaft ihre "Qualität" für die kommenden Partien stabilisieren kann, wovon Peter Knäbel nach dem Spiel sprach. Schon nächste Woche geht es zum Nordderby nach Bremen und dort fehlt auf alle Fälle Johann Djourou, der gestern mit dem obligatorischen Hamburger Platzverweis an der Reihe war und höchstwahrscheinlich auf der letzte Hoffnungsträger Marcelo Diaz, der sich erneut verletzt hat.

Was gibt es da noch zu stabilisieren? Peter Knäbel wird die Jungs wie sein Vorgänger auch in den letzten sechs Spielen mit Routine überfluten, um am Ende festzustellen, dass keine personelle Änderung wirklich etwas ertragbares gebracht hat. Und auch der Systemwechsel, den der Imterimscoach erstaunlicherweise durchführte, machte sich nicht großartig bemerkbar. Es bleibt also alles beim Alten: Der HSV ist vorne einfach zu schwach und wird so nicht die Klasse halten können. Denn ein Blick auf das Restprogramm zeigt, dass die nächsten Gegner entweder richtige Brocken oder direkte Konkurrenten sind, die sich für uns ebenfalls als richtige Brocken verstehen.

Aber immerhin: Wie bereits erwähnt konnte die Lautsprecheranlage auf der Nordtribüne eingeweiht werden. Besonders im ersten Durchgang war der Support daher etwas besser, doch es macht sich zunehmend bemerkbar, dass die Stimmung bei unseren Auswärtsspielen im Gästeblock besser ist als daheim im Volkspark, was wohl daran liegen mag, das die Beteiligung zu Hause längst nicht mehr so groß ist wie früher. Ich hoffe auch dieses tief wird sich irgendwann mal wieder legen und die Gruppe Poptown kann mit den Lautsprechern wieder mehr Kehlen erreichen, doch aktuell sind die sportlichen Nöte von größerer Bedeutung

Hamburger SV - VfL Wolfsburg   0:2 (0:1)

Aufstellung Hamburg: Adler - Westermann, Djourou, Cleber, Ostrzolek - Behrami, Diaz (46. Jiracek) - Holtby, van der Vaart (62. Müller), Olic - Lasogga (72. Beister)

Tore: 0:1 Guilavogui (10.), 0:2 Caligiuri (73.)

Zuschauer: 57.000 (ausverkaufter Volkspark)

NUR DER HSV

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