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Sonntag, 5. April 2015

Erstklassig war nur der Support!

Es ist Ostersonntag, die Sonne ist aufgegangen und das Wetter ist schön. Würde nicht ständig das Grübeln über das Auswärtsspiel in Leverkusen und die 0:4-Niederlage wiederkehren, gäbe es heute Morgen keinen Grund, sich aufzuregen. Doch was wir da gestern präsentiert bekommen haben, war mehr als Besorgniserregend, das war dramatisch. Dramatisch schlecht eben. Anscheinend sind sich diese Akteure des Hamburger Sport-Vereins tatsächlich einig, als Erste den Gang in die zweite Bundesliga antreten zu wollen.

Bayer 04 Leverkusen - Hamburger SV 4:0
Foto: Getty Images
Wie beginnt man als neuer Trainer eines Bundesligavereins? Dieser Frage mussten sich schon viele Übungsleiter stellen und besonders beim HSV haben viele damit ihre Erfahrungen gemacht. Es gibt unzählige Möglichkeiten, eine Mannschaft nochmal zu motivieren und die taktischen Marschrouten  neu zu definieren, doch der Start von Peter Knäbel als Interimscoach am gestrigen Samstag ist kein gutes Beispiel. Er hat genau da weitergemacht, wo man nach dem bitteren 0:1 gegen Hertha BSC aufhörte, lediglich drei personelle Änderungen wurden vorgenommen. Das ewige Rein und Raus des Matthias Ostrzolek ging weiter, der Formschwache Jiracek kehrte zurück und Westermann sollte wieder in die Innenverteidiung, was sich zum Negativen auswirkte.
Entschuldigung, aber das Duo mit Johann Djourou und Heiko Westermann funktioniert überhaupt nicht und bringt das eigene Tor eigentlich nur noch mehr in Gefahr. Denn nun lässt sich auch noch die für lange Zeit hochgelobte Defensive anstecken und spielt aus der Verunsicherung heraus peinliche Fehlpässe, die eine Spitzenmannschaft wie Bayer 04 Leverkusen natürlich gnadenlos ausnutzt. Des weiteren gab es gestern definitiv keine klaren Absprachen in der Hintermannschaft, sodass es oft zu großen Problemen kam, obwohl eigentlich alle Gegentreffer zu verteidigen waren. Alternativen und Lösungen? Schon mal an Slobodan Rajkovic gedacht.

Was jedoch wirklich seltsam war, ist die Tatsache, dass Knäbel es für nicht notwendig hielt, einen bitter nötigen Systemwechsel vorzunehmen. Normalerweise muss man als Trainer doch genau da ansetzten, wenn ich weiß, dass gerade die Offensive das große Problem der Mannschaft ist. Eine Startformation mit Doppelspitze beispielsweise wäre gut gewesen, um Vorne nicht nur auf den bisher unsichtbaren Ivica Olic angewiesen zu sein, sondern Pierre-Michel Lasogga als Verstärkung integrieren kann. Gerade bei Flanken kann das von Vorteil sein, da man neben einem quierligen Dribbler auch einen robusten und kopfballstarken Stoßstürmer gebrauchen kann. Doch diese Hereingaben hat es gestern sowieso nicht gegeben und wenn dann nur vor dem eigenen Tor. Denn die Werkself setzte den HSV verdammt früh unter Druck und war immer wieder mit gutem Gegenpressing zur Stelle, sodass der Matchplan voll aufging. Die Fehler der Rothosen wurden gnadenlos offengelegt und Djourou, Westermann oder auch Ostzrolek wurden brutal zur Show gestellt. Am Ende konnte man aus Hamburger Sicht von Glück sprechen, dass es nur bei einem 0:4 blieb.

Bayer 04 Leverkusen - Hamburger SV 4:0
Foto: Getty Images
Sportlich gesehen sollten die Verantwortlichen einen Abstieg also auf jeden Fall mit einplanen. Aber das ist ja auch nichts Neues. Eine spontane Trainerentlassung würde mich auch nicht überraschen, wollen wir mal sehen, in wie viele Kameras ab Dienstag wieder hineingelächelt wird. Kommen wir nun zu dem, was sich beim Hamburger SV tatsächlich noch als erstklassig bezeichnen kann: Die Unterstützung der Fans. Fast Lückenlos war der Gästeblock der Bay-Arena zu hören, auch wenn das in Leverkusen keine große Leistung ist. Es symbolisierte jedoch das sich keiner der knapp 3000 Hamburger den Spaß verderben lassen wollte, auch wenn die Mannschaft mal wieder komplett enttäuschte. Auswärts sind unsere Auftritte in dieser Saison Stimmungsmäßig eindeutig besser als daheim im Volksparkstadion, was wohl daran liegen mag, dass zu fremden Plätzen eher der harte Kern der Fanszene mitreist.
Aber natürlich war es auch für die hartgesottenen Auswärtsfahrer, die in der laufenden Spielzeit schon einiges mitmachen mussten, eine große Enttäuschung. Wenn man so will wurden sie um ein weiteres Mal von der Truppe unten auf dem Rasen verarscht, die schlechte Zweikampfquote und der Mangel an Torchancen sprechen für sich. Und von Leidenschaft und Kampf (Tugenden, hinter den sich der HSV lange ausgeruht hat) kann jetzt auch niemand mehr wirklich sprechen.

Wir haben es jetzt einfach Satt. Entweder die Jungs reißen sich jetzt nach 27 Spielen wirklich noch einmal zu sammen oder wir steigen tatsächlich ab. Ich wäre nicht dann nicht zu sehr traurig drum. Dieser Verein muss einfach mal ganz neu anfangen und die Mannschaft komplett neu aufbauen. So kann es nicht weitergehen, denn der Hamburger Sport-Verein gibt sich auf allen Ebenen (außer e.V) der Lächerlichkeit Preis und versinkt im Chaos.

Bayer 04 Leverkusen - Hamburger SV   4:0 (2:0)

Aufstellung Hamburg:  Adler - Diekmeier, Djourou, Westermann, Ostrzolek - Behrami, Jiracek (60. Diaz) - Müller (67. Lasogga), Ilicevic, Stieber (46. Holtby) - Olic

Tore: 1:0 Castro (7.), 2:0 Kiesling (44.), 3:0 Kiesling (56.), 4:0 Castro (63.)

Zuschauer: 30210 (davon 3000 Hamburger)

NUR DER HSV

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