Achtung: Diese Beiträge könnten mit Humor geschrieben sein!

Dienstag, 31. März 2015

Wer hat an der Uhr gedreht?

Eines ist klar: Das rationale Denken beim HSV ist für die kommenden Wochen quasi nicht mehr vorhanden. Ausgenommen davon ist natürlich die offizielle Basis, die weiterhin versuchen wird, mit Hilfe von Fußballfloskeln und der Phrasenkiste immer wieder Erklärungsversuche an die Presse abzuliefern. Im direkten Umfeld der Mannschaft muss es schließlich irgendwie weitergehen, der restliche Verein und die Fans sind Momentan frisch am Werk, die letzten Hoffnungen auf einen Klassenerhalt schon frühzeitig sterben zu lassen.

Seien wir doch mal ehrlich: Wie viel Prozent der Hamburger Fans trauen den Rothosen nach 26 absolvierten Saisonspielen, in denen bedauerlicherweise nur ganze 16 Tore erzielt wurden, noch ernsthaft (!) eine konsequente Kehrtwende und vielleicht sogar den Klassenerhalt zu? Ich nehme an, die CDU-Wählerschaft der Hansestadt dürfte da noch größer sein. Aber es stimmt. Jeder der behauptet, der HSV gehört zu den Teams, welche die schlechtesten Aussichten auf eine Rettung im Abstiegskampf haben, hat Recht. Klar, ob du richtig liegst, entscheidet sich am Ende der Saison und vermutlich am erst 34. Spieltag, doch "Profifußballer", die das Offensivtraining wohl in ihrer gesamten Laufbahn bisher verschlafen haben und sich immer wieder atemberaubende Fehler in allen möglichen Kategorien erlauben, sind schlicht und einfach nicht Bundesligatauglich und schon gar nicht erfahren. Das ist dann nicht nur zu wenig, sondern gar nichts.

Das verlorene Abstiegsduell gegen Hertha BSC letzte Woche ist ein perfektes Beispiel für den Schönheitschlaf der HSV-"Stars". Man hatte zwar gut begonnen, stellte jedoch nach zwanzig Minuten so allmählich den Betrieb ein und baute den Gegner Stück für Stück auf. Nur der Umstand, dass die Hauptstädter fast genau so schlecht waren wie der HSV, führte dazu, dass die Begegnung Not gegen Elend erst in der 84. Minute entschieden wurde. Trotzdem kann mir da keiner erzählen, dass die Hamburger phasenweise die bessere Mannschaft stellten. Denn wer die besser ist, macht meistens auch ein Tor. Leider jedoch hat auch Hoffnungsträger Ivica Olic innerhalb weniger Wochen seine Torgefährlichkeit verlernt, Pierre-Michel Lasogga oder Artjoms Rudnevs haben vermutlich auch ihren Teil dazu beigetragen. Denn beim Aufwärmen am Donnerstag in Osnabrück (0:0) hat fast jeder die Torschussübung versemmelt. Aber egal, offensiv sind die Rothosen sowieso ein hoffnungsloser Fall.

Wenn man also nicht mal in der Lage ist, gegen direkte Konkurrenten zu punkten oder zumindest eine gewisse Leidenschaft an den Tag zu legen, ist das schon ein verdammtes Armutszeugnis. Denn mit Leidenschaft verbindet ein nicht unerheblicher Teil der HSV-Anhänger auch das Spiel nach vorne. Man muss einfach Bock haben, immer wieder anzulaufen und mit kreativen Ideen (ihr habt unzählige Stunden in der Woche Zeit, euch etwas auszudenken) zum Abschluss zu kommen. Man kann die Chancen 20 mal versieben, dann sitzt das Ding halt beim 21 mal! Und diese letzten Prozente haben beim HSV gefehlt. Dann brauchen wir es gar nicht erst versuchen.

Frischer Wind weht wohl nur in Liga 2!

Wer hat bei solchen Katastrophenspielen also noch Bock, dieser Mannschaft beim Kicken zu zusehen? Das ist einfach nur noch traurig, denn da quälen sich ein Rafael van der Vaart (demnächst Kansas City, da warten die Millionen) oder ein Valon Behrami mit ganz kleinen Schritten in Richtung zweite Bundesliga. Ich denke, mindestens jeder zweite im Volksparkstadion gönnt dem HSV in solchen Situationen einfach mal den ersten Abstieg, um die große Liebe nicht weiterhin in Liga 1 verrecken zu sehen. Neuaufbau im Unterhaus, einfach mal neuen Schwung holen. Klingt wie eine Werbekampagne für erschöpfte Manager oder Firmenchefs, trifft auf den Bundesliga-Dino aber voll und ganz zu. Das heißt natürlich nicht, dass wir in die zweite Liga wollen, doch ich wäre nicht zu traurig, wenn es so weit wäre, denn es ist keine Schmach, sondern eine Alternative. Nur für die Marketing-Abteilung wäre es schwierig, ablenkende Sprüche für den peinlichen Uhrenabbau im Block 22B zu finden.

NUR DER HSV

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen