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Samstag, 21. Februar 2015

Wird Gladbach zum zweiten Bayern?

Ich hoffe es jedenfalls nicht. Tja, am Sonntag geht es gegen Borussia Mönchengladbach weiter und das Meckern über die 0:8-Klatsche in München und den vermeidbaren Fehler Zinnbauers, die Viererkette komplett auseinander zu reißen, hilft uns an dieser Stelle (leider) überhaupt nichts. Denn im Fußball ist es nun mal so, viel Zeit zur Aufarbeitung einer solchen Niederlage bleibt dir nicht, wobei man dieses Debakel vom letzten Samstag gar nicht mehr analysieren braucht, denn man hat die elf Akteure (es sollen tatsächlich so viele gewesen sein) des Tabellendreizehnten nur wahrgenommen, wenn der Ball vom eigenen Tor zum Anstoßkreis zurückbefördert werden musste - aber auch dies ging des öfteren im Bayern-Jubel unter. Vielmehr stellt sich die Frage, wie sich die Promis nun vor heimischen Publikum in der Wohlfühloase Volksparkstadion aus der Affäre ziehen wollen.

Bevor wir uns der üblichen Thematik (Problematik) widmen, möchte ich zu Beginn erläutern, dass sich der HSV unter der Woche auch mal wieder von seiner schönen Seite gezeigt hat. Zum ersten Todestag von Hermann Rieger wurde im Volkspark eine Bronzefigur zu Ehren der ewigen Vereinslegende aufgestellt. Am Mittwoch kehrte das Datum, an dem uns vor einem Jahr die traurige Todesnachricht alle überraschte, zum ersten Mal wieder und um dem besonderen Platz des Kult-Masseurs in der Vereinsgeschichte zu symbolisieren, werden die Anhänger des HSV nun bei jedem Besuch im Stadion an den sympathischen Bayer erinnert, dessen Lebenseinstellung durchweg positiv war. Die Idee mit der Statue ist echt Klasse und meiner Meinung nach auch sehr wichtig, denn so werden auch jüngere Rothosen und kommende Generationen von Fans, die die Zeiten mit Hermann Rieger nicht mehr erlebt haben, auf die Ikone aufmerksam. Denn Burschi ist unserem Verein treu geblieben wie nur wenige andere bekannte Persönlichkeiten aus dem HSV-Umfeld und ist ein großes Stück Klubgeschichte.

Und vielleicht erinnert sich ja auch noch der ein oder andere, wie es damals war, in der besagten Woche und vor allem beim ersten Spiel ohne Rieger, denn an dem Samstag kam wirklich alles zusammen - da hätten ruhig auch die Bayern kommen können. Jedenfalls habe ich die Mannschaft in der Saison kein anderes mal so kämpfend und überzeugend spielen sehen wie beim 3:0 gegen Borussia Dortmund, als sich die Trauer um Hermann Rieger und die Wut über den schlechtesten Rückrundenstart aller Zeiten vermischten, sodass am Ende nichts anderes als ein Heimsieg herauskommen konnte.
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Foto: Witters
Der Trainer, der die Hanseaten damals zu den ersten drei Punkten des Jahres 2014 führte, ist selbstverständlich schon längst wieder entlassen. Mirko Slomka konnte dem Team auf Dauer einfach keine Stabilität geben und hat sich genau wie seine Vorgänger bis zuletzt die Zähne ausgebissen - allerdings ohne Erfolg. Nun, genau 365 Tage später, versucht ein gewisser "Magic Joe" wieder eine Borussia zu schlagen - diesmal aber die Elf vom Niederrhein aus Mönchengladbach. Doch wird er morgen Erfolg haben?
Erst so nach und nach wurde bewusst, dass Zinnbauer genau wie alle anderen ein Stück mitschuld am Totalausfall in München hat, indem er einfach mal die stabile Abwehr vom 2:1-Sieg gegen Hannover komplett umgebaut hat und auf die beiden Youngsters Ronny Marcos und Asthon Götz setzte. An und für sich ist die Entscheidung, den beiden Nachrückern aus der U23 Spielpraxis zu geben, doch du tust solchen unerfahrenen Spielern einfach keinen Gefallen damit, sie gegen die Münchener Bayern auflaufen zu lassen, weil du sie dann wirklich "auflaufen" lässt und beide schlicht und einfach überfordert waren. Zudem war es ein klarer Fehler, den starken Rajkovic nicht in die Startelf zu packen, denn Boban ist einer der wenigen mit wirklich viel Ruhe und Routine.

Der Rest, der schief gelaufen ist, lag ganz klar am beschissenen Auftritt unser Mannschaft, die nicht in der Lage war, sich bei einem 0:3-Pausenrückstand für eine ordentliche Schadensbegrenzung zu motivieren. In solchen Situation sind Trainer, Fans und Verantwortlichen dann einfach die Hände gebunden, weil wenn die Mannschaft nicht will, läuft im Fußball nichts. Und so langsam müssen Westermann, Jansen und Co einfach mal geschnallt haben, dass es dieses Jahr keine Aussichten auf eine 27 Punkte-Rettung gibt. Morgen gegen Mönchengladbach muss einfach wieder Fußball gespielt werden oder zumindest die Grütze von den beiden Siegen gegen Paderborn oder Hannover - ganz egal, Hauptsache etwas zählbares.

Wenn das nicht der Fall sein sollte, wird es uns der VfL genau so zeigen wie der FC Bayern, nur in der Höhe des Ergebnisses würde es wahrscheinlich Unterschiede geben. Denn im Abschluss machen sich die Fohlen seit einiger Zeit das Leben selbst schwer, die Spiele der Rückrunde, die man gewinnen konnte, wurden allesamt nur mit 1:0 gewonnen - ansonsten gab es 0:1-Niederlagen, versteht sich irgendwie von selbst.
Aber auch die Hoffnung darauf, das Gladbach seine Chancen nicht nutzten wird, darf überhaupt kein Gedanke sein, denn wenn der HSV schlecht spielt, gibt es immer welche auf die Nuss, nur mit einem Gefüge aus 100% Einsatz und 100% Glück beschert den Rothosen derzeigt Punkte. Es kommt also einfach drauf an morgen, eine genaue Prognose will niemand abgegeben. Mal schauen, mit was für einem Optimismus die 50.000 Zuschauer morgen in den Volkspark gehen. Eines ist jedoch sicher: Hermann Rieger wird sie mit einem Lächeln begrüßen.

NUR DER HSV





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