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Donnerstag, 5. Februar 2015

3:0 - Jetzt bloß keine Euphorie

Der HSV hat den selbsternannten Krisengipfel beim SC Paderborn an einem kalten Februarabend mit 3:0 gewonnen und hat sich dadurch zunächst wenigstens mal wieder etwas Luft verschafft, auch wenn das ganze natürlich noch mit Vorsicht zu genießen ist. Doch insgesamt haben sich die Rothosen verbessert präsentiert und hinten weitesgehend sicher gestanden, im Spiel nach vorne war trotz des relativ hohen Sieges erwartungsgemäß noch Luft nach oben. Und so ganz nebenbei haben sich die Hamburger auch noch für die Blamage im Hinspiel revanchiert.

Die Ausgangslage war eindeutig: Beide Mannschaften standen aufgrund eines miserablen Rückrundenauftaktes unter Druck und waren dementsprechend auf Wiedergutmachung aus. Die Präsentation der Startaufstellungen war jedoch nicht gerade anregend für die 2000 mitgereisten Hamburger, an eine solche Kehrtwende im Gegensatz zum Köln - Spiel zu glauben. Petr Jiracek, der am Samstag kaum auffiel und immer im luftleeren Raum stand, sollte erneut zusammen mit van der Vaart auf der Doppelsechs agieren, dafür war von Neuzugang Marcelo Diaz noch keine Spur - der Chilene dürfte das Geschehen zunächst von der Bank aus betrachten.
Auch im Offensivbereich gab es Veränderungen: Marcel Jansen, der gegen Köln noch in der Viererkette spielte, rückte jetzt ins linke Mittelfeld auf und Zoltan Stieber, der eigentlich schon am Sonnabend von Anfang an helfen sollte, unterstrich die Sinnhaftigkeit eines Startelfeinsatzes seinerseits heute endgültig.

Alles sollte auf einen zähen und umkämpften Abstiegsgipfel hinauslaufen, der aber mit einem wahren Paukenschlag beginnen sollte. Tatsächlich bemühte sich der HSV direkt in Form eines langen Balles, den ersten Angriff Richtung Paderborner Tor zu starten, und schon holt Marcel Jansen gleich mal einen Elfmeter rauß, denn van der Vaart dann auch noch verwandelt - wenigstens aus elf Metern hat der Niederländer eine positive Statistik, denn seine letzten sechs Strafstöße konnte er allesamt im Netz versenken.
Die große Frage, die nun im Raum stand: Wie werden die Rothosen mit der ungewohnten Führung umgehen? Die ungebrochene Leidenschaft der Gastgeber vor heimischen Publikum konntest du nicht bremsen, stattdessen mussten die Hanseaten zusehen, die Räume hinten eng zu halten und vor allem die Anzahl der unnötigen Ballverluste im Mittelfeld zu verringern - dies war in im ersten Durchgang leider noch zu oft der Fall. Dafür sollte es nach vorne hin noch das ein oder andere mal klappen, dass Nicolai Müller die Großchance in der 21. Minute nicht nutzt, muss wohl auch mit seinem aktuellen Leistungsfluch zusammenhängen.
SC Paderborn 07 - Hamburger SV 0:3
Foto: Getty Images
Es entwickelte sich ein emotionales Fußballspiel, welches nicht nur vom Sportreporter, sondern auch von den Zuschauern direkt vor den Presseplätzen hervorragend kommentiert wurde - wer das Spiel über Sky verfolgt hat, wird sich erinnern. Und ihre Truppe scheint die einfachen Verbesserungsvorschläge tatsächlich gehört zu haben, denn nach dem Wiederanpfiff drehten die Ostwestfalen tatsächlich nochmal auf und brachten die Hamburger Leidensgenossen Phasenweise ganz schön aus dem defensiven Gleichgewicht, sodass manchmal schon das Tor wackelte, doch zum Glück noch nicht das Netz.
Diese Bemühungen waren dann nach dem HSV - Treffer von Jansen etwa zwanzig Minuten vor Schluss schlagartig vorbei oder nahmen zumindest ab. So ist eben Fußball! Von nun an präsentierten sich die Rothosen wieder stabilisierter und wirkten nach dem 2:0 erleichtert. Durch die Einwechslung von Marcelo Diaz kam noch etwas mehr Kontinuität ins Aufbauspiel der Mittelfeldakteure, sodass sich auch Zoltan Stieber, in meinen Augen der Mann des Spiels, mit einem Treffer belohnen durfte. Stieber lief und arbeitete enorm viel, sodass ein weiterer Startelfeinsatz am Samstag auf jeden Fall drin sein dürfte.

Durch das 3:0 in Paderborn hat sich der HSV zumindest erstmal von den Abstiegsrängen befreit, doch es bleibt natürlich eng. Das wichtigste ist jetzt, diese verdammte Euphorie in den Griff zu kriegen, die diesmal aber nicht so groß ausfallen zu scheint. Sonst fallen wir am Samstag wieder drauf rein und sind nach einer schlechten Leistung gegen unsere Freunde aus Hannover umso enttäuschter - doch so weit muss es nicht kommen. Ich hoffe, die Mannschaft hat gemerkt, dass es geht und vor allem das auch das erzielen von Toren möglich ist. Im Aufbauspiel und auch im taktischen Bereich muss natürlich noch einiges passieren. Am Samstagabend gegen 96 müssen einfach neunzig Minuten lang hundert Prozent gebracht werden.

SC Paderborn - Hamburger SV   0:3 (0:1)

Aufstellung Hamburg: Drobny - Westermann, Djourou, Rajkovic, Marcos - Jiracek (59 Diaz), van der Vaart (66. Kacar !)- Müller, Stieber, Jansen - Olic (89. Rudnevs)

Tore: 0:1 van der Vaart (2.), 0:2 Jansen (72.), 0:3 Stieber (90+1)

Zuschauer: 15.000 (selbstverständlich ausverkauft)

NUR DER HSV

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