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Samstag, 7. Februar 2015

2:1-Sieg dank Marcelo und Drobny

Am Ende war allen Akteuren der fünfteuersten Bundesligamannschaft und vor allem dem Großteil der 51 779 Zuschauer im Volksparkstadion die Erleichterung ins Gesicht geschrieben. Nach scheinbar endlosen 22 Monaten konnten die Rothosen endlich wieder zwei Siege in Folge einfahren, auch wenn der letztere heute gegen Hannover 96 unter seltsamen Umständen zu Stande gekommen ist. Besonders zwei Spieler trugen auf ihre Weise zum "überraschenden" Ausgang des kleinen Nordderbys bei und waren an spielentschiedenen Situationen beteiligt.

Es war die 23. Minute im weiten Rund, als zum ersten Mal an diesem Samstagabend großer Jubel aufbrandete. Jaroslav Drobny parierte den zuvor von Rafael van der Vaart verursachten Foulelfmeter und bewahrte den HSV durch seine Parrade meiner Meinung nach vor einer Niederlage. Denn wenn der Elfer reingegangen wäre, hätte 96 hier und heute garantiert keine Punkte liegen lassen, sondern wäre durch den Treffer beflügelt worden, wie Gästetrainer Taifun Korkut nach dem Spiel richtig erkannte.
Und das, wenn man kein Glück hat, auch noch Pech dazu kommt, weiß jeder Fußballer und diesmal sollten es die Niedersachsen auf besonders tragische weiße zu Spüren bekommen. Nur drei Minuten nach dem verschossenen Strafstoß lenkt der Hannoveraner Innenverteidiger Marcelo eine Flanke von Zoltan Stieber so unglücklich ab, dass diese für Torwart Zieler zunächst schwer einzuschätzen und danach unhaltbar wurde. So (ungerecht) ist Fußball. Jetzt führte ein HSV, der bisher alles andere als überzeugend agierte und dieser Trend wurde auch bis zur Pause fortgeführt. Heiko Westermann präsentierte sich auch im zweiten Spiel als Rechtsverteidiger scheinbar kopflos und lud die Gäste durch Fehlpässe und ein schwaches Deckungsspiel immer wieder zum Toreschießen ein und auch der Rest der Truppe lieferte eine äußerst dürftige Leistung ab.

Es grenzte irgendwie an ein Wunder, dass es zur Pause immer noch 1:0 für die Hanseaten stand, was fast ausschließlich an Jaroslav Drobny und der schlechten Chancenverwertung der Roten lag. In der Pause wurde aus Sicht vieler Fans im Stadion dann "endlich" reagiert, denn der Trainer nahm Westermann und van der Vaart vom Feld und brachte dafür Asthon Götz und Petr Jiracek, der in am Mittwoch in Paderborn sein erbärmliches Auftreten gegen Köln durch eine ordentliche und grundsolide Mittelfeldmaloche wettmachte.
Hamburger SV - Hannover 96 2:1
Foto: picture-alliance
Nach dem Wiederanpfiff kam kurz die Hoffnung auf, dass die Hamburger eventuell etwas Ruhe in die Partie bringen könnten, doch dieser Wunsch wurde durch etwas ganz anderes überwogen, denn Marcel Jansen  hatte in der 50. Minute tatsächlich das 2:0 und damit schon das FÜNFTE (!) Tor innerhalb von nur DREI (!) Spielen für den HSV erzielt. Und wer hat geholfen? Selbstverständlich der Brasilianer Marcelo, der auch bei dieser Aktion von seinen Erfahrungen aus aus noch nicht allzu langer Zeit profitieren konnte. Doch ich sach euch ganz ehrlich, hätte der Innenverteidiger einen halben Meter weiter rechts gestanden, wäre Jansens Schuss aus dem Halbfeld nicht im Tor gelandet - also war auch hier mal wieder eine Menge Glück im Spiel.
Natürlich wollten die Niedersachsen diese unglücklichen Gegentore nicht auf sich sitzen lassen und erzielten nach ein paar Anläufen durch Arthur Sobiech den Anschlusstreffer, der sich angedeutet hatte. Aus Hannoveraner Sicht kam einem die Aufholjagd wahrscheinlich eher vor wie ein Wettlauf gegen die Uhr anstatt eines tatsächlichen Ringens um ein Tor.

Nachdem Stieber eine Großchance zum 3:1 ausgelassen hatte und die Gäste noch ein paar Mal am überragenden Jaroslav Drobny scheiterten, war das Zittern dann vorbei und die Freude über den Dusel-Sieg umso größer. Es ist kaum zu Glauben, dass man in Hamburg nicht nur über Ergebnisfußball reden, sondern tatsächlich auch welchen anbieten kann. Und der 2:1-Sieg katapultiert die Rothosen in nie gekannte Höhen, denn zumindest für eine Nacht stehen unsere Jungs tatsächlich auf dem 11. Rang, dass ist Rekordplatzierung für diese Saison - aus unserer Sicht wohlgemerkt.

Aber nun mal langsam! Besonders ein Blick auf den Spielplan bestätigt, dass die heutigen Punkte total wichtig waren, denn nächste Woche geht es zu den Münchener Bayern und da kannst du Punkte natürlich weißgott nicht einplanen. Und außerdem sind wir im Abstiegskampf. Wer regt sich da schon über einen dreckigen oder glücklichen Sieg auf, wenn am Ende die drei Punkte stehen. Das sind sicherlich die wichtigen Aspekte, die man dieser Partie abgewinnen kann, auch wenn es spielerisch noch lange nicht so läuft, wie man sich das vorstellt.

Übrigens: Mit den Worten "klein aber fein" würde ich die auf der Westtribüne inszenierte Choreographie der Hamburger Bewerbung für die Olympischen Sommerspiele 2024 beschreiben. Die Choreo war zwar nicht gerade der ganz große Knaller, doch wenigstens hat auch der HSV neben den zahlreichen positiven und optimistischen Stimmen aus dem Vereinsumfeld einen optischen Beitrag für das Projekt geleistet.

Hamburger SV - Hannover 96   2:1 (1:0)

Aufstellung Hamburg: Drobny, Westermann (46. Götz), Djourou, Rajkovic, Marcos (78. Kacar) - Diaz, van der Vaart (46. Jiracek) - Müller, Stieber, Jansen - Olic 

Tore: 1:0 Marcelo (26., Eigentor), 2:0 Jansen + Marcelo (50.), A. Sobiech (78.)

Zuschauer: 51 779

NUR DER HSV



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