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Freitag, 23. Januar 2015

Volksparkstadion - Hoffentlich für mehr als vier Jahre!

Die Sinnhaftigkeit der HSV Fußball AG hat sich am Donnerstag bestätigt. Denn tatsächlich hat sich Klaus Michael Kühne, den ich jetzt mal nicht den Kenterer, sondern den Retter unseres Klubs nenne, dazu entschlossen, Anteile an der Aktie zu erwerben. Und es kam noch besser: Er kaufte ebenfalls die rechte am Stadionnamen und änderte diesen ohne zu zögern auf "Volksparkstadion" um.

Ende des Jahres 2014 schien es so, als wäre auch der letzte Jubel über die notwendige Ausgliederung im Mai endgültig verhallt, denn Klaus Michael Kühne teilte den Verantwortlichen mit, dass er nicht an einer Investition beim HSV Interessiert sei, was konkret heißen sollte: Der Verein steht vor einem riesigen Schuldenberg und muss zusätzlich noch das vorherige Darlehen des Investors zurückzahlen. Eine Vorahnung, dass Kühne sich irgendwann bestimmt wieder melden würde (da er sich nie genau festlegt) hatte irgendwie jeder - doch man konnte die Zukunft eben schlecht Planen beziehungsweise überhaupt Einschätzen. Jetzt jedoch soll vorerst Gewissheit herrschen: Kühne ist doch eingestiegen. Ich dachte schon. Schließlich wurde die Ausgliederung ja nur wegen ihm ins Leben gerufen.

Über der eigentlichen Tatsache, dass Kühne 7,5 % der Fußball AG erwerben wird, thront jedoch noch der Paukenschlag des Tages: Er bemühte sich ebenfalls um die Namensrechte des Stadions, deren Verkauf die Fans dem Verein bis heute nicht verziehen haben. Doch die ewigen Grabenkämpfe mit den Sponsoren sollen nun erstmal auf Eis gelegt werden und hoffentlich für immer beendet sein.

Denn Klaus Michael Kühne gab bekannt, dass das Stadion ab dem 1. Juli nicht anders heißen soll als "Volksparkstadion"! 

HSV e.V. - Bayern München
Foto: cfhh.net


Das heißt also, dass wir nur noch neun Heimspiele in dieser traditionslosen Imtech - Bude austragen müssen. Durch diesen Schritt hat der HSV natürlich ein großes Stück seiner eigenen Identität zurückerobert und kehrt zu seinen Wurzeln zurück. Endlich heißt es nicht mehr "Willkommen in der Wasweißichkannichmirsowiesonichtmerken Arena" sondern "Willkommen im Volksparkstadion!".
Das ist natürlich geil und macht einen Traditionsverein stolz. Zumal ich auch froh bin, dass Kühne seinem Namen keine Ehre gemacht hat und die Schüssel auf "Klaus - Michael Kühne Arena"  getauft hat. Ob das rechtlich in Ordnung gegangen wäre, ist eine andere Sache. Ich bin übrigens auch gespannt, was die Ultras von der "Chosen Few", die sich zur Zeit aus für mich immernoch unerklärlichen Gründen nicht in ihrem Block 22c Aufhalten, dazu sagen werden, denn schließlich haben sie Jahrelang für den Erhalt des traditionellen Namens gekämpft.
Jedenfalls ist es einfach Klasse, dass wir endlich wieder im Volksparkstadion spielen und mit unseren "Freunden" von Werder Bremen und dem FC St. Pauli gleichziehen, denn die haben ihren heiligen Boden seit jeher nie verkauft. In diesem Sinne ein großes Dankeschön an Klaus Michael Kühne!

Das einzige Manko an der ganzen Stadionsache ist bloß, dass die Namensrechte laut Vertrag nicht ewig gelten. Kühne hat sich die Rechte für vorerst vier Jahre erkauft, so sind eben die Regeln des Geschäftes. Ich hoffe er weiß, dass der Stadionname eine Herzensangelegenheit für die Fans ist und das sich der traditionelle Name wieder langfristig etablieren soll - ganz offiziell natürlich und dazu sollte auch der Hamburger Sport Verein selbst seinen Beitrag zu leisten.
Das der HSV trotz Kühne in den nächsten Jahren rapide auf Sparkurs gehen muss, ist glaube ich jedem selbst klar. Doch endlich werden neben einigen notwendigen personellen Veränderungen im Sommer auch erste finanzielle Früchte aus der Ausgliederung getragen. Trotzdem ist weiterhin viel Geduld gefragt und es ist noch ein langer Weg zurück zur alten Stärke.

Zum Nachdenken bringt mich allerdings, ob es für das Image des Vereins so toll ist, von ein und derselben Person abhängig zu sein. Waren wir nicht noch vor wenigen Jahren einer der finanziell stärksten Klubs der Liga, müssen wir nun auf einen barmherzigen Millionären hoffen, der zufällig  HSV Fan ist und uns aus der Scheiße zieht. Aber wie dem auch sei, zumindest hat der HSV die Finanzspritze im Rahmen der Aktiengesellschaft gut verpackt.

Am Ende bleibt nur zu sagen, dass alle Hamburger, die sich unserem Verein angehörig fühlen, einfach froh sein sollten, ihren geliebten Stadionnamen zurück zu haben. In einem so schnelllebigen Geschäft, indem die Spieler meist nicht länger als zwei bis höchstens drei Jahre in Hamburg bleiben, hört sich der Name "Volksparkstadion" einfach heimisch an. Es ist wie eine heilige Oase im Sumpf der Kommerzialisierung.

NUR DER HSV

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