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Montag, 26. Januar 2015

Manfred Ertel - Vorerst gescheitert

Der HSV hat die wohl harmonischste Mitgliederversammlung seit langem hinter sich. Anstelle von hitzigen Debatten und Wortgefechten diskutieren die Mitglieder diesmal lieber über Zukunftsprojekte und Investitionen, wie zum Beispiel den geplanten HSV Campus, der eine ordentliche Finanzspritze bekommt - und zwar von Ex - Aufsichtsrat Alexander Otto. Und so ganz nebenbei hat man dann auch noch Manfred Ertel gezeigt, wo es lang geht.

Im Vorfeld der gestrigen Mitgliederversammlung war der Antrag von Manfred Ertel ein Diskussionsschwerpunkt innerhalb des Vereins. Dieser Antrag sah vor, dass der vom e.V. gewählte Präsident gleichzeitig den Chefposten im Aufsichtsrat der HSV Fußball AG beziehen soll. Daraus ist ganz klar zu schließen, dass sich Ertel nur ganz schwer von seiner früheren Macht trennen kann und das ihm Karl Gernand ein Dornen im Auge ist - anders lässt sich dieses Vorhaben nicht erklären. Dass Manfred Ertel damit gegen AG - Rechte verstoßen hätte, hat er beim stellen seines Antrages wohl übersehen.
Doch wie dem auch sei, die Mitglieder haben sich fast direkt nach Beginn der Versammlung mit deutlicher Mehrheit gegen den Zweck des Antrages gestemmt und ihm darmit klargemacht, dass man alten Gesichtern des Aufsichtsrates auf keinen Fall mehr traut. Dies war ein großes Anliegen vieler HSVer und "durchaus eine Ohrfeige" für Ertel, wie die Morgenpost kommentierte.

Doch die Abstimmung über den Antrag ist sehr schnell in den Hintergrund geraten, weil Alexander Otto (ebenfalls mal Aufsichtsratschef gewesen) einen echten Paukenschlag präsentierte und damit für gute Stimmung sorgte. Er sicherte unserem Verein eine finanzielle Unterstützung in Höhe von 10 Millionen Euro für den vor dem Volksparkstadion geplanten Campus zu, der als neues Zentrum für die Jungend - und Amateurfußballer und zum Treffpunkt aller Fans werden soll. Durch die Unterstützung Ottos hat der HSV nun einen weiteren, entscheidenden Schritt in Richtung finalisierung des Bauprojektes gemacht, was die Stimmung, die ohnehin aufgrund des überraschendem auftauchens der Mannschaft (früher war das Pflicht) positiv war, weiter anhob.
Alexander Otto versicherte, dass der Campus auf jeden Fall kommen wird und die Fertigstellung im Jahr 2017 erfolgen soll.
Standing Ovations für Alexander Otto
Foto: Braasch
Nun war die Stimmung so dermaßen auf Hochtouren, dass es den Mitgliedern fast nichts mehr ausmachte, den ehemaligen Aufsichtsrat, der so viel Unruhe in den Verein gebracht hat, ohne weiteres zu entlasten. Carl Edgar Jarchow konnte sich in Ruhe mit einer vorbereiteten Rede verabschieden und somit das Amt des Präsidenten seinerseits würdig niederlegen - ob er dieses auch immer würdig Bekleidet hat, ist eine andere Sache.
Es wirkte atemberaubend, mit wie viel Selbstverständnis die Hanseaten ihre "verhasste" ehemalige Vereinsspitze ruhig abtreten ließ. Doch im Hinterkopf der Leute wird auch der Grund gewesen sein, dieses Kapitel heute zumindest personell endgültig abschließen zu wollen - und auch sportlich sollen sich die negativen Erkenntnisse aus dieser Zeit nicht mehr lange wiederspiegeln.

Und was war sonst noch? Ach ja, die Wahlen zum neuen Präsidium des e.V. Als neuer Präsident setzte sich Jens Meier mit 84,5 % der Stimmen durch und betonte in seiner Rede, dass es mit ihm keine Grabenkämpfe innerhalb des Klubs geben würde. Sein Stellvertreter wurde Henning Kinkhorst und als neuer Schatzmeister wird Herr Dr. Hartmann fungieren.

Nach gut vier Stunden war die Mitgliederversammlung 2015 dann auch abgehakt und die HSVer im Saal haben selten so zufrieden ausgesehen. Auch hier merkt man, dass langsam aber sicher immer mehr Ruhe im Verein einkehrt und die kritischen Stimmen leise verschwinden. Ob das gut oder schlecht ist, ist schwer zu sagen, doch es bietet den Verantwortlichen die Möglichkeit, ruhiger zu Arbeiten und dem HSV einen ordentlichen Hauch Kontinuität zu verpassen.

NUR DER HSV

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