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Freitag, 30. Januar 2015

Kölner Karnevalsvorfreude eindämmen - mit Olic

Es geht weiter. Die zermürbende Winterpause, die außgerechnet bei uns in der Bundesliga immer so unwahrscheinlich lang andauert, ist zu Ende. Keine langweiligen Testspiele in irgendwelchen Wohlfühloasen in Dubai, sondern knallharter Abstiegskampf im Volksparkstadion und anderswo. Der Kampf um den Klassenherhalt ist zwar harte Realität in Hamburg und die Winterpause mag für die nerven eines Fußballfans, der mit seinem Verein mitten im Tabellenkeller steckt, entspannend sein, doch ich bin froh, dass es wieder losgeht - denn ein Rückrundenauftakt wie im vergangenen Jahr darf sich auf keinen Fall wiederholen. Doch anders als damals ist man die Probleme in diesem Winter angegangen und hat unter anderem eine spektakuläre Rückholaktion getätigt.

Damals, im Frühjahr 2014, startete unser HSV mit vier Niederlagen in eine Rückrunde, die die schlechteste der Vereinsgeschichte werden sollte und in der man am Ende nur 11 Punkte holen konnte. Das trotz dieser katastrophalen Leistung dennoch die Klasse gehalten wurde, ist eigentlich ein absoluter Witz. Um einen erneuten Fehlstart aktiv vorzubeugen, steht am morgigen Samstag hoffentlich eine Mannschaft auf dem Platz, die sich in Dubai den Arsch aufgerissen hat und diesen dann auch präsentiert. Denn dieses Jahr kommt man mit nur 27 Punkten nicht mit einem blauen Auge davon, sondern müsste dann tatsächlich mal eine Etage runter - da bin ich mir sicher.

Doch ich bin mir auch sicher, dass der HSV diesmal anders agieren wird, auch wenn das optisch vielleicht identisch aussehen mag. Denn Spieler wie Johann Djourou, Marcel Jansen oder Jaroslav Drobny werden gewarnt sein von den Ereignissen und dem Stress der Rückrunde 2013/14, den sie selbst durchmachen mussten und am Ende alles nochmal gut gegangen ist. Auf diese Hilflosigkeit hat in Hamburg glaube ich niemand mehr so richtig Bock, sodass von nun an sofort ein Zeichen gesetzt werden muss und das ausschließlich durch Kampf, Leidenschaft und vor allem Torgefahr.

Denn das Hauptproblem der Hinserie ist schon mit einem Blick auf die Tabelle nicht zu übersehen - der HSV erzielte bisher leider nur ganze neun Tore. Zinnbauer und vor allem Peter Knäbel mussten sich für die Problembehebung etwas einfallen lassen. Entweder der im Sommer für 8,5 Mio. Euro (!) verpflichtete Pierre Michel Lasogga, der bisher auch nur zweimal zuschlagen konnte, entdeckt seine Torgefährlichkeit wieder oder es muss dringend Hilfe in Form einer Neuverpflichtung her.
Trotz zahlreicher Bemühungen der Verantwortlichen gestalteten sich die Verhandlungen zunächst äußerst schwierig, mögliche Transfers wie etwa der von Wunschstürmer Josip Drmic sind so gut wie geplatzt.

Mitte der Woche meldete sich der HSV dann bei Ivica Olic in Wolfsburg, um den verlorenen Sohn zurück in die Hansestadt zu holen, doch auch dort muss zunächst abgewartet werden, ob der Stürmer, der mit seinen 35 Jahren in der Form seines Lebens ist, weiterhin wichtig für den VfL werden könnte. Zunächst dachte ich, dass daraus sowieso nichts wird, weil der Kroate bei den Wölfen eine elementare Rolle einnimmt. Zahlreiche Gerüchte kursierten in den Medien und im Internet, bis es dann schließlich doch noch zu einer Einigung kam.
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Foto: ndr.de
 Ivica Olic wird zum Hamburger SV zurückkehren!

Der Transfer ist in vielerlei Hinsicht einfach sensationell und viele Fans zeigten sich im Internet begeistert. Er könnte bereits morgen für das Spiel gegen Köln zur Verfügung stehen. Es ist natürlich nicht gesichert, dass durch Olic das Offensivproblem gelöst ist, doch zumindest hat der HSV einen Schritt in die richtige Richtung gemacht. Und die Vereinsführung hat bewiesen, dass auch in Hamburg noch Neuverpflichtungen möglich sind. Trotzdem freue ich mich riesig über den Wechsel von Olic, der schon im Sommer zurück nach Hause wollte.

Dafür gibt es aber auch weiterhin Baustellen. Neben dem Sturm kam dann auch noch eine weitere Baustelle im defensiven Mittelfeld, die sich aufgrund der scheinbar harmlosen Knieverletzung von Valon Behrami einschleichte, denn der Italiener wird ungefähr bis Ende Februar ausfallen. Und durch den Verkauf von Tolgay Arslan an Besiktas Istanbul gibt es für Zinnbauer eigentlich nur eine Alternative, die Heiko Westermann heißt. Doch auch hier gibt es Interessen an Neuverpflichtungen, doch die Spieler Diaz aus Basel oder Kuzmanovic von Inter Mailand sind entweder einfach nicht zu finanzieren oder wollen in dieser Situation nicht beim HSV Spielen. Ich bin gespannt, wer am Samstag neben Westermann agieren wird, doch eines ist klar - mit Sicherheit kein Neuzugang.

Und das war längst noch nicht alles. Auch in der Abwehr wird die Verletztenliste, auf der bisher Lewis Holtby und Valon Behrami stehen, mit Dennis Diekmeier und Cleber Reis fortgeführt. Für Dennis Diekmeier gibt es mit Asthon Götz (sein Vertrag wurde unter der Woche verlängert) allerdings eine gute Alternative und für Reis könnte Slobodan Rajkovic, der seit Februar 2014 kein Bundesligaspiel mehr bestritten hat, auflaufen. Heiko Westermann wird wohl vorerst nicht neben Djourou auflaufen, da er wahrscheinlich (wie bereits oben erwähnt) auf der Sechserposition aushelfen muss - wer für Behrami spielen wird, ist noch unklar.

Der HSV trifft auf einen 1. FC Köln, der am Samstag ebenfalls unter Druck stehen wird. Der FC steht zwar auf dem 11. Rang in der Tabelle, doch auch dort sind es nur zwei Punkte Abstand auf den Relegationsplatz. Durch eine Niederlage in Hamburg könnten die Sorgenfalten von Peter Stöger wieder größer werden, zumal die Auftritte gegen Ende der Hinrunde immer schwächer wurden. Den letzten Sieg konnten die Geißböcke am 8. November beim 3:4 in Hoffenheim einfahren. Seitdem konnte man lediglich einen Punkt verbuchen.

Doch Hamburg darf sich von der schlechten Bilanz der Karnevalsfreunde nicht blenden lassen, sondern muss versuchen, mit allen verfügbaren Kräften am Samstag zu Punkten. Es muss möglich sein, mit neuen Impulsen in den zweiten Teil der Saison zu starten, um einen Horror wie im letzten Jahr zu verhindern. Ich bin gespannt, mit welcher Aufstellung Zinnbauer spielen lassen wird und wie sich der HSV im ersten Punktspiel des Jahres präsentiert.

NUR DER HSV

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