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Sonntag, 30. November 2014

Niederlage trotz ungebrochener Moral

Der HSV muss sich auf eine ungemütliche Vorweihnachtszeit einstellen. Der Knüppelharte Abstiegskampf hat die Truppe von Joe Zinnbauer wieder einmal erwischt, diesmal beim Angstgegner FC Augsburg. Unsere Mannschaft kämpfte zwar bis zum Schluss und hat auch über weite Strecken ordentlich gespielt, doch die Gastgeber brauchten nur minimalen Aufwand, um den Sieg einzufahren. Die 1:3 Niederlage beim FCA ist größtenteils aus individuellen Fehlern entstanden.

Wie kann man eine Halbzeitführung so schnell wieder aus der Hand geben? Es hat gerade mal fünf Minuten in Hälfte zwei gedauert, bis die Augsburger durch Altintop zum 1:1 ausgeglichen haben. Dabei sah es lange Zeit so aus, der HSV würde hier heute zumindest ohne Gegentor vom Platz gehen, denn im ersten Durchgang stand die Abwehr sehr sicher und ließ so gut wie nichts zu. Doch so schnell kann sich ein Blatt wenden. Trotz dem sehr geringen Aufwand (denn außer den Toren hatte der FCA keine großen Chancen mehr) konnten die Augsburger das Spiel gewinnen und die Partie durch einen umstrittenen Elfmeter entscheiden.

Der HSV fuhr mit einem Derbysieg in der Tasche nach Augsburg, doch es sah irgendwie nicht danach aus, dass die Hanseaten Selbstvertrauen dazugewonnen haben. Im Gegenteil - alle wussten, dass das Spiel in Augsburg alles andere als leicht wird und das ein Punktgewinn in der Fuggerstadt eine Überraschung wäre, denn der FCA weißt in der bisherigen Saison ihre beste Bundesliga - Bilanz seit der Premiere im Jahr 2011 vor.
Hamburgs Trainer Joe Zinnbauer musste auf einigen Positionen umstellen. Für den Gelbgesperrten Dennis Diekmeier rückte Asthon Götz in die Startelf und für Marcel Jansen durfte der Alternativspieler Ronny Marcos im linken Mittelfeld ran. Der wohl auffälligste Wechsel jedoch war der Tausch im Sturm: Derby Torschütze Artjoms Rudnevs spielte anstelle Pierre Michel Lasogga, der nach zuletzt mäßigen Auftritten nur auf der Bank saß.

Der Gästeblock war wie immer gut gefüllt, etwa 3.000 Hamburger dürften sich auf den Weg in die bayrische Provinz gemacht haben.
Und der HSV begann gut, denn die erste Hälfte gehörte eindeutig den Gästen aus dem Norden. Besonders Rafael van der Vaart machte einen guten Eindruck und hatte auch direkt die ersten Chance. In der 10. Minute verfehlt er das Tor jedoch nur knapp. Von den Gastgebern kommt aus dem Spiel heraus nicht viel bis auf lediglich ein paar Freistoßchancen. Nach etwa einer halben Stunde dann eine Schrecksekunde für den HSV, doch es sah zunächst nicht so schlimm aus, wie es sein sollte. Innenverteidiger Heiko Westermann zog sich eine Innenbandverletzung zu, dies wurde am Sonntagmorgen bekannt gegeben. In der laufenden Hinrunde wird HW4 auf keinen Fall mehr zum Einsatz kommen, wie lange das Kampfschwein ausfällt, ist noch offen. In diesem Sinne: Gute Besserung, Heiko!
Doch die Verletzung sollte schnell wieder vergessen sein, denn in der 45. Minute brachen die Hamburger dann in spontanen Torjubel aus. Die erste richtig gut gelungene Kombination erreicht Rafael van der Vaart, der den Ball platziert ins linke Eck zimmert - 1:0 für den HSV. Damit hatte so kurz vor der Pause niemand gerechnet, doch die Führung sollte auch leider nicht lange Anhalten.
FC Augsburg - Hamburger SV 3:1
Foto: Getty Images
Denn es kam wie es kommen musste. Augsburg nistet sich zu Begin des zweiten Durchgangs vorne ein und holt etwa fünf Minuten nach Wiederanpfiff einen Freistoß heraus. Im Sechzehner passt die Zuordnung nicht und Augsburgs Djurdjic kann ungestört per Kopf die Vorlage für den heranrauschenden Altintop machen - der Ausgleich.
Und nun gerät irgendwie alles außer Kontrolle. Zwar ist der HSV stets bemüt, gleichzeitig aber auch verunsichert. Asthon Götz ist zuweit Weg von seinem Gegenspieler Baba, der so ungestört auf Bobadilla flanken kann, und der ist natürlich Brandgefährlich. Das 2:1 ist aufgrund der mangelhaften Manndeckung nur Formsache.

Und dann folgte die strittigste Szene des Tages, die das Spiel aus meiner Sicht zu unrecht Entschieden hat. Im Strafraum geht Asthon Götz zum Ball und will klären, doch Djurdjic geht mit gestrecktem Bein rein. Und was gibt es? Natürlich Elfmeter für Augsburg und Gelb für Götz. Das Pech war nun endgültig auf unserer Seite. Den Elfmeter verwandelte Varhaegh sicher zum 3:1 Endstand.
Doch der HSV gab sich noch nicht völlig auf, im Gegenteil, es gab sogar noch Großchancen. In der 77. Minute hätte der eingewechselte Lasogga das Ding längst im Tor untergebracht haben, doch es ist wie immer - der Ball will einfach nicht über die Linie. Auch kurz vor Schluss hat Lasogga den Anschluss nochmal auf dem Fuß, doch wieder kriegt er den Ball nicht im Tor unter.

Das Fazit ist ganz einfach: Augsburg hat seine Chancen genutzt und die Tore gemacht, der HSV nicht. Zudem hat Augsburg einen unberechtigten Elfmeter zugesprochen bekommen, denn sie zur Vorentscheidung nutzten. Die Niederlage ist einfach scheiße, denn nun Steckt der HSV wieder knietief im Abstiegskampf.

Tabellensituation: Aufgrund der Niederlage von Borussia Dortmund bei Eintracht Frankfurt ist der HSV noch nicht letzter, aber denoch ist der Abstiegskampf ziemlich eng. Die Gewinner des Spieltags waren auf jeden Fall Werder Bremen (4:0 gegen Parderborn), die sich mit einem Sieg auf den 14. Tabellenplatz katapultierten und der VfB Stuttgart (4:1 gegen Freiburg), der auf den Relegationsplatz kletterte. Damit ist der HSV wieder Tabellensiebzehnter und steht erneut unter Zugzwang. Wir können uns mit dem Hinrunden - Restprogramm Mainz, Freiburg, Stuttgart und Schalke auf eine ungemütliche Advendszeit einstellen.

FC Augsburg - Hamburger SV   3:1 (0:1)

Aufstellung Hamburg: Drobny - Götz, Djourou, Westermann (35. Celber Reis),Ostzrolek - Behrami, van der Vaart (75. Green) - Gouaida, Marcos, Rudnevs - N. Müller

Tore: 0:1 van der Vaart (45.), 1:1 Altintop (50.), 2:1 Bobadilla (62.), 3:1 Verhaegh (70.)

Zuschauer: 30.000


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