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Samstag, 20. September 2014

Aufbruchsstimmung!

Der FC Bayern hat keine Nachhilfestunde erteilt. Im Gegenteil, es ist das eingetreten mit dem niemand gerechnet hat. Der HSV lieferte gegen den Meister eine Klasse Leistung ab und hielt auch dann stand, wenn die Süddeutschen ihre Juwelen einwechselten und Phasenweise war auch offensiv einiges möglich. Am Ende sprang dabei ein absolut Leistungsgerechtes 0:0 heraus, denn der HSV hat die Punkte durch das ständige Aufbäumen absolut verdient, während Bayern einfach zu lange ohne Torgaranten wie Lewandowski oder Götze spielte.

Es geht doch. Genau das war mein erster Eindruck nach den Spielen, den wohl auch viele andere HSV Fans teilen dürften. Denn man hat gesehen, was möglich ist, wenn wirklich alle wollen. Da ist jeder für jeden gelaufen, es wurde um jeden Meter gekämpft und die Leidenschaft war sofort eine ganz andere als in der gesamten letzten Saison - so habe ich den HSV schon lange nicht mehr gesehen. Und das übertrug sich auch sofort auf die Zuschauer, denn die gesamten Neunzig Minuten war die Unterstützung Weltklasse, das dürfte die Mannschaft ebenfalls enorm beflügelt haben.

Die Ausgangslage war klar:Der HSV ist nach dem verpatzten Saisonstart mit nur einem Punkt aus drei Spielen und einem Torverhältnis von 0:5 der krasse Außenseiter, für die Bayern sollte es nur ein Trainingsspiel werden. Doch es kam anders.
Hamburger SV - Bayern München 0:0
Foto: Getty Images

 Die Hamburger wehrten sich von Anfang an Tapfer, schmissen sich in jeden Ball und wahren so Zweikampfstark wie lange nicht. Im Mittelfeld wurden frühzeitig die Räume eng gemacht, sodass Bayern nur ganz selten mal zum Zuge kam, allerdings gab es Offensiv kaum nennenswerte Aktion. Auch im Mentalen Bereich wirkte der HSV wieder frischer, und das lag zu 100 % an Joe Zinnbauer, der schon unter der Woche im Training immer wieder das Gespräch mit den Spielern gesucht hat und auch Durchgegriffen hat, wenn es sein musste. Besonders Heiko Westermann (der für Cleber wieder in die Startelf gerückt war) gefiel mir heute gut, er lieferte zum Startelf Comeback eine ordentliche Leistung ab - vielleicht blüht er unter Zinnbauer wieder auf.
Die einzigen Chancen der ersten Hälfte hatten Pizarro (20.) und Bernat (32.).

In Hälfte zwei hatte der HSV dann direkt zu Beginn eine der Großchancen, die du gegen den FC Bayern leider nicht so oft kriegst. Nach einem Ballgewinn von Zoltan Stieber spielt dieser Nicolai Müller hoch in den Lauf, Neuer läuft raus, doch Müller ist schneller, verfehlt den Kasten aus 20 Metern um wenige Zentimeter - das wär´s gewesen.
Dadurch wurden die Bayern wohl aus ihrem Oktoberfesttraum geweckt und bauten so allmählich mehr Druck auf, in der 53. Minute kommt Phillip Lahm im Strafraum zum Schuss, doch Jaroslav Drobny konnte den Ball Abwehren und rettete damit das Unentschieden. Die Chancen der Süddeutschen häuften sich jedoch, was wohl auch daran lag, dass Mario Götze ins Spiel kam, auch er hatte zwei Möglichkeiten, die jedoch von der unermüdlich Kämpfenden HSV Abwehr geklärt wurden.
Zinnbauer reagierte, brachte Jiracek für Tolgay Arslan und wollte damit die Defensive stabilisieren. Nun war der HSV mal wieder am Drücker: Nach 63 Minuten wurde ein Schuss von Lewis Holtby in letzter Sekunde von Jerome Boateng abgeblockt. Auch Heiko Westermann versuchte sein Glück, seinen Heber konnte Manuell Neuer gerade noch Auffangen. Bayern brachte Lewandowski, doch dieser war vorne relativ harmlos, stattdessen hatte Müller die Chance, nachdem Djourou eine Aktion misslang, doch der HSV hatte Glück - Müller zirkelte das Ding drüber.
In der Schlussviertelstunde entwickelte sich nochmal ein Kampf für sich, der fantastisch eingestellte HSV wehrte sich bis zum Schluss, fühlte sich noch eines Vorteils beraubt und der eingewechselte Julian Green machte durch seine ständigen Ballgewinne vorne einen tollen Job und störte die Bayern dadurch immer wieder.

Am Ende war der Heimpunkt völlig verdient, doch das wichtigste ist, dass man auf diesem Achtungserfolg jetzt Aufbauen muss - Zinnbauer weiß genau, was er zu tun hat. Am Mittwoch beim Auswärtsspiel in Mönchengladbach soll dann auch endlich das erste Saisontor des HSV folgen, doch bis dahin ist es ein weiter Weg, denn Mönchengladbach wird wieder eine schwere Aufgabe.

Hamburger SV - FC Bayern München   0:0

Aufstellung Hamburg: Drobny - Diekmeier, Djourou, Westermann, Ostzrolek - Behrami, Arslan (67. Jiracek) - Müller, Holtby (87. Steinmann), Stieber - Lasogga (76. Green)

Tore: Fehlanzeige

Zuschauer: 57000 (großartiger Support)

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