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Dienstag, 19. August 2014

Nachgesessen

Bundesligist gegen Drittligist - auf dem Papier und bei den Fans eigentlich immer eine klare Sache. Es sei denn, es handelt sich um die 1. Hauptrunde im DFB Pokal. Denn da können die Kleinen manchmal ganz oben auf seien, weil sie vielleicht mit etwas mehr Leidenschaft in ein solches Spiel geht. Auch unseren HSV hätte es am Montag beinahe erwischt.

Die Tribünen standen derart nah am Spielfeld, die Zuschauer gingen mit wie man es heute noch selten kennt - die Lausitz brannte. Und wie! Von Anfang an zeigte der FC Energie, dass sie sich hier nicht verstecken und spielten munter nach vorne. Der HSV wirkte anfangs sehr nervös und zeigte sich zunächst nur von seiner alten Seite, wie es anscheinend nicht nur wir, sondern auch die Leute in Cottbus gewohnt waren. Und so kam es wie es kommen musste, wenn auch unglücklich.
Adler versucht den Ball im herauslaufen zu klären, trifft dabei aber nur seinen Gegner Perdejaj - Schiedsrichter Thorsten Kienhöfer zeigte auf den Punkt. Den Elfmeter verwandelte der Cottbuser Zeitz sehr sicher und brachte damit den Außenseiter mit 1:0 in Führung. Und die bleib dann auch erst mal eine lange Zeit erhalten. Der HSV lieferte eine schwache erste Hälfte ab, hatte kaum Ideen, denn Cottbus kontrollierte das Spiel, stand gut und kämpfte um jeden Meter, was heißt Meter, um jeden Zentimeter Raumgewinn. Eine der wenigen nennenswerten Aktionen war Beispielsweise das durchkommen von Artjoms Rudnevs über die rechte Seite und die anschießende Vorlage für Rafael van der Vaart, dessen Schuss und Nachschuss von Ivo Ilicevic beide von FCE Keeper Kevin Müller parriert wurden.

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Foto: focus.de
Aber der HSV musste insgesamt etwas ändern, es fehlte einfach wie schon letzte Saison wieder einmal an Leidenschaft. Wenn ich sehe, wie der Cottbuser Trainer Stefan Krämer einen seiner Spieler wegen einem Stopfehler Schubst, dann ist das Hundert Prozent Leidenschaft, der hat den Pokalfight angenommen. Und Cottbus spielte weiterhin Fußball, wie es die Tatikfüchse sehen wollen, mit Pressing, aber auch mit guter Raumaufteilung und gutem Spiel ohne Ball. Chancenmäßig passierte erstmal wenig, erst gegen Ende der ersten Halbzeit gab es durch Behrami und van der Vaart noch zwei Torschüsse.
Slomka musste sich was einfallen lassen, dem HSV drohte eine Blamage in der 1. Runde und es gäbe einen dicken Dämpfer für den Saisonstart, der sich auch negativ auf das Spiel am Samstag in Köln auswirken könnte.

Prompt reagiert er, bringt Lasogga für Jiracek. Hoffnungsvolle erste Minuten, doch es bleibt irgendwie dabei. Der HSV weiß nicht, wie er die Cottbuser Abwehrreihen durchbrechen könnte, auch wenn man jetzt die Inititative klar an sich reißt und langsam besser wird. Lange Zeit passierte nichts, es wurde zwar viel gekämpft und Gras gefressen, doch der HSV brauchte jetzt einen genialen Moment. Dann endlich, mal ein Eckball vielleicht ist ja etwas machbar. Und tatsächlich, die maßgeschneiderte Ecke durch van der Vaart führt zum gewünschten Erfolg, denn Westermann lenkt seinen Kopfball unhaltbar in die untere Ecke - 1:1, aber es reicht noch nicht!
Der HSV wurde nun immer besser und nun klappte es auch mal aus dem Spiel heraus, nach einem Steilpass von Jansen in die Spitze scheiterte Lasogga jedoch an Keeper Müller. Nur eine Minute versuchte es Jansen dann selbst, doch genau wie van der Vaart und Arslan (die die daraufolgenden Schüsse abgaben) führte der Weg nicht ins Netz. Kurz vor Schluss dann nochmal Lasogga, doch wieder wird er rechtzeitig von Müller gestoppt und der Pokalfight nahm seinen Lauf.
Es blieb es beim 1:1 - der HSV muss Nachsitzen, wie einige andere Erstligisten an diesem Wochenende ebenfalls.
Der HSV began die Verlängerung besser als in den vorherigen beiden Halbzeiten, brauchte aber erneut eine Standartsituation. Und dieser Freistoß war genau das richtige für den Kapitän, für VdV, der seine Leistungen ja um einiges Steigern möchte. Aus zwanzig Metern zimmert er das Leder ins linke obere Eck - 2:1, die Hamburger nun mit Rückenwind.
Der Nachteil liegt nun aber darin, dass der HSV das Spiel nicht komplett kontrollieren kann, die Dominanz fehlt und Cottbus hat unglaublichen willen, sodass es noch zu Chancen kommt - und eine davon saß. Sven Michel hatte in der 105. Minute einen Lauf, leiß Diekmeier mit einer Körpertäuschung stehen und schoss platziert in die rechte untere Ecke - keine Chance für Rene Adler, der sich noch auf einem anderem Terra auszeichnen wird, denn es kam, wie es kommen musste. In der zweiten Halbzeit der Verlängerung passierte nichts mehr, sodass es ins Elfmeterschießen ging - jetzt waren alle Nerven angespannt.
Und der HSV trifft zum Ersten durch van der Vaart. Kurz danach zeigte sich zum ersten mal auch der bisher eher mäßige Rene Adler und hielt einen Elfmeter von Pawela, Hamburg im Vorteil. Und auch Johann Djoruou behielt die Nerven und baute die Führung aus, im Gegenzug jedoch stellte Holz den alten Abstand wieder her. Der dritte Hamburger Schütze Jansen traf ebenfalls und in der gleichen Runde hielt Adler seinen zweiten Elfmeter, sodass Rudnevs alles klar machen kann. Der Lette schießt platziert ins linke Eck - der HSV ist weiter, gerade noch einmal gut gegangen, dass Endresultat heißt 6:3.

Insgesamt muss sich die Leistung von jedem einzelnen noch steigern, denn der HSV präsentierte sich in Cottbus über weite Strecken nicht Konstant genug. Doch man muss auch sagen, dass man in Hälfte zumindest in Ansätzen einige gute Spielzüge gezeigt hat. Das Spiel muss nun einfach abhaken, denn der HSV ist über eine Verlängerung weitergekommen und das kann für die Moral eigentlich nur positive Auswirkungen haben, außerdem fragt hinterher niemand mehr danach, denn Schönheit spielt in Runde 1 keine Rolle. Denoch ist auch klar, dass am Samstag in Köln nicht nur ein Gang höher geschaltet werden muss, um dort zu bestehen, denn der Aufsteiger ist zurzeit wahnsinnig gut drauf, außerdem trifft der HSV dort auf eine Welle der Euphorie, denn die Geißböcke sind nach einem Aufstieg noch nie mit so hohen Erwartungen in eine Saison gegangen. Es dürfte also eine äußerst interessante Angelegenheit werden.

NUR DER HSV

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