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Donnerstag, 21. August 2014

Im Blickpunkt - 1. FC Köln

Noch nie ist der 1. FC Köln als Aufsteiger mit so hohen Erwartungen in eine Bundesligasaison gegangen. Viele, darunter auch Experten, schätzen die Geißböcke als Geheimfavorit oder gar als Europa League Anwärter ein. Beim Verein selbst herrschen zurzeit aber noch leisere Töne, man will den Klassenerhalt besiegeln, und zwar so schnell wie möglich. Am Samstag gastiert unser HSV in der Rheinstadt.

Die vergangene Zweitligasaison wird man in Köln wohl nicht so schnell vergessen. Mit 68 Punkten und einem Torverhältnis von 53:20 schrieb sich der FC nicht nur als einer der besten Aufsteiger aller Zeiten in die Geschichtsbücher, sondern auch als beste Abwehr der Ligageschichte. Hinzu kam die immer wieder durch die Mitte gefährliche Offensive, die für fast jeden Gegner unberechenbar war. Die Fäden im Gesamtgefüge zieht dabei aber nicht ein Rheinländer, für den Offensiver Karnevalsfußball natürlich typisch wäre, sondern ein Waschechter Österreicher mit viel Fachkenntnis: Peter Stöger, zuvor Trainer bei Austira Wien, im Sommer 2013 nach einer enttäuschenden FC Saison nach Köln geholt. Er selbst kann kaum glauben, dass er vor vier Jahren noch Regionalliga Trainer im Österreich war, und jetzt bald Pep Guardiola und Jürgen Klopp die Hände schütteln wird.
Dafür ist die Erwartungshaltung von Fans und Verein natürlich auch enorm gewachsen, da sich der Klub in der letzten Saison stark gefestigt hat, sowohl sportlich als auch finanziell. Noch ist man es gewohnt, meistens jedes Wochenende die drei Punkte zu holen, doch in der neuen Spielzeit wird es auch Phasen geben, wo man sich mit weniger Punkte zufrieden geben muss.
Stöger muss sich also etwas einfallen lassen, denn der Kader musste in der breite Verstärkt werden, um einen echten Konkurrenzkampf zu gewährleisten - die alten Leistungsträger sollen spüren, dass wir uns wieder in einem anderen Fahrwasser befinden, denn die Saison wird schließlich kein Selbstläufer. Gesagt, getan. Satte neun Zugänge haben die Geißböcke zu verzeichnen, fast alle mit Stammplatzambitionen.

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Foto: dpa
 In der Verteidigung wurde mit Tomaz Kalas (FC Chelsea) ein hochkarätiger Innenverteidiger ausgeliehen, zudem kommt Mergim Mavraj von der SpVgg Greuther Fürth, um das Stammpersonal, das aus Dominic Maroh und Kevin Wimmer besteht, herauszufordern. Auf den Außenpositonen wollen sich die beiden neuen Dusan Svento (RB Salzburg) und Pawel Olkowski (Gornik Zabrze) gegen Miso Brecko und Jonas Hector durchsetzten.
Auch im Sturm hat Köln sich verstärkt, Simon Zoller wechselt für 3 000 000 Millionen Euro von 1. FC Kaiserslautern und Yuya Osako 1 600 000 Euro von 1860 München an den Rhein. Zoller, der in der letzten Saison 15 Tore für die Roten Teufel schoss, wird als Mittelstürmer wohl vorerst die zweite Kraft bleiben, während Osako die im letzten Jahr erstaunlich schwachen Flügelspieler auf den Außen unterstützen soll.
Im Mittelfeld hingegen hat sich wenig getan, der Kader wurde dort eher durch einige Ergänzungsspieler verstärkt, um in der Breite besser aufgestellt zu sein, und außerdem setzt der Trainer auch auf zahlreiche Leistungsträger der Spielzeit 13/14, die natürlich einiges an Bonus haben. Im Tor ist Timo Horn, der seit seiner Jugend im Verein ist, gesetzt, und auch in der Offensive sind mit Patrick Helmes oder Kevin Vogt viele Kölner Aufstiegshelden zu sehen sein.

Dennoch wollte sich Stöger etwas einfallen lassen. In der Sommerpause analysierte er alle 17 Gegner, arbeitete die stärken und schwächen heraus, um sein System variabler zu gestalten und auch wirklich auf jeden Gegner vorbereitet zu sein. Besonders über die Flügel solle mehr gearbeitet werden und die Laufbereitschaft müsse unbedingt noch weiter ansteigen. Zahlreiche neue Kombinationen wurden einstudiert und neue Spieler perfekt in die Mannschaft integriert.
Doch auch für Stöger, der zwar einiges an Vertrauensbonusen hat, zählt nur der Saisonstart, gute Testspiel - und Trainingsleistungen helfen da nichts.
Die Generalprobe im DFB Pokal ist geglückt, durch einen 4:0 Sieg bei den Freien Turnern Braunschweig zog die Mannschaft souverän in die zweite Hauptrunde ein, nun gilt es, auch in der Liga von Anfang an eine gute Figur zu machen - natürlich wäre mir eine Auftaktniederlage des FC gegen unseren HSV lieber.

Das Fazit: Der 1. FC Köln wird mit dem Abstieg wohl weniger zu tun haben als andere Teams der Liga, was aber nicht heißt, dass gleich ein einstelliger Tabellenplatz herauskommt. Vermutlich wird die Truppe ihre Zeit über weite Strecken der Saison im gesicherten Mittelfeld verleben und wird versuchen, nichts anbrennen zu lassen. Der Verein will sein ständiges Image als Fahrstuhlmannschaft loswerden und auch in den kommenden Jahren im Oberhaus des Deutschen Fußballs zu finden sein, die Ziele aber schon jetzt vom Klassenerhalt zu lösen, wäre ein fataler Fehler.

Was erwartet den HSV: Die Mannschaft kann sich auf ein sehr schwieriges Spiel einstellen, da die Köln unbedingt mit einem Dreier Starten will und weil das Publikum nach zwei Jahren Unterhaus wieder Bock auf 1. Liga hat und somit sehr euphorisiert ist. Der HSV darf sich aber trotzdem nicht verstecken und muss sich auf die eigenen Stärken beruhen, um in Köln zu bestehen.

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